Die Unfähigkeit, zu entscheiden

Die Unfähigkeit, zu entscheiden

26. März 2010 - Manager müssen harte Entscheidungen treffen. Solche Entscheidungen werden verzögert oder an untere Chargen delegiert, um sich aus der Verantwortung zu stehlen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/04

Softskills für ProjektManager

(Quelle: Vogel.de)

Rund 90 Sekunden nach dem Abheben bemerkte ich: Da waren Vögel. Sie verdunkelten die gesamte Windschutzscheibe. Grosse Vögel. Zu nahe, um auszuweichen.» So beschrieb Airbus-Captain Sullenberger dem Nachrichtensender CBS im Februar 2009 den Beginn der wohl dramatischsten fünf Minuten seiner Pilotenlaufbahn. Am Ende dieser Odyssee setzte er das Flugzeug sicher auf dem Hudson River auf und rettete damit 154 Menschen das Leben. Angesichts der Tatsache, dass eine Notlandung auf dem Wasser zu den schwierigsten Manövern überhaupt zählt, kann Sullenbergers Tat sowohl menschlich als auch fachlich nicht hoch genug eingeschätzt werden. Geradezu euphorisch wurde er darum danach von allen Seiten gefeiert. Ein neuer amerikanischer Held war geboren und Präsident Barack Obama lud ihn zu seiner Amtseinführung nach Washington ein. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, als Unsicherheit vorherrschte, weil viele US-Bürger um ihren Job bangten, zeigte Sully etwas, nach dem sich die Amerikaner, aber auch wir Schweizer sehnen: Die Bereitschaft eines Vorgesetzten, Verantwortung zu übernehmen und in Krisensituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen.


Vorgesetzte haben Vorbildfunktion

Sullenberger gehört zu jener Gruppe von Leadern, die wissen, dass führen bedeutet, den Menschen Orientierung zu geben. Dies ist nur möglich, wenn man als Manager über die notwendige Entschlusskraft verfügt. Leider erfüllen nicht alle Vorgesetzten diese Vorbildfunktion. Sie ziehen es vor, entweder gar nicht zu entscheiden, in der Hoffnung, das Problem löse sich von selbst. Oder aber sie bestimmen einen Stellvertreter, der harte Entscheide kommunizieren und anschliessend umsetzen muss. Schon der italienische Staatsphilosoph Niccolo Machiavelli hat im Jahre 1514 empfohlen, unpopuläre Entscheide am besten anderen in die Schuhe zu schieben. In seinem Klassiker «Il Principe» riet er den Fürs-ten, alle harten Massregeln durch andere ausführen zu lassen und Gnadensachen selbst zu übernehmen.

 
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