Das Web auf den Desktop bringen

Das Web auf den Desktop bringen

26. März 2010 - Mit Rich Internet Applications und der Möglichkeit, den Desktop als Anzeigefläche für Web-Applikationen zu nutzen, können Firmen ihr Geschäftsmodell unterstützen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/04

Auf den ersten Blick sieht der Online-Shop des Schweizer Kulttaschen-Herstellers Freitag (www.freitag.ch) nicht ungewöhnlich aus: Alle Komponenten eines Webshops sind vorhanden. Ungewöhnliches offenbart ein Rechtsklick: Der Shop basiert auf Flash. Er verhält sich anders als ein herkömmlicher Shop, bei dem jede einzelne Seite nacheinander geladen wird, und fühlt sich wie eine Anwendung an, ohne wirklich eine zu sein. Dank der vielen dynamischen Effekte erhält der Kunde einen besonders reichhaltigen Eindruck.

Der Gedanke liegt nahe, für mehr Funktio-nen eine solche Shop-Applikation aus dem Browser zu extrahieren, auf den Desktop zu übertragen und somit einen grossen Teil der Shoplogik auf den lokalen Rechner zu verlagern. Denn die Grenzen zwischen Internet und dem lokalen Filesystem verwischen sich zunehmend; durch neue Technologien entsteht sozusagen ein Schengenraum für Computer-systeme, in dem Daten frei zirkulieren.


Eng mit dem Desktop verschränkt

Der User kann sich vollständig dem WWW ausliefern, mit einem Betriebssystem, das im Wesentlichen aus einem Browser besteht, oder mit browserbasierten Apps. Vielen Menschen – mit dem lokal installierten Windows aufgewachsen – ist das jedoch nicht ganz geheuer. Rich Internet Applications (RIA) kombinieren beide Welten. Nutzer müssen sich der Welt der WWW-Funktionen nicht vollends ausliefern, sondern besuchen einen «RIA-Store» im Internet und installieren für eine bestimmte Aufgabe die passende Software. Eine solche «reichhaltige Internet-Anwendung» verhält sich auf dem Desktop ähnlich wie eine traditio-nelle, lokal installierte Software. Sie stellt etwa Berechnungen auf der Clientseite an, beherrscht Drag and Drop oder lässt sich über Tastenkürzel bedienen. Die aktuellsten Daten dazu holt sie sich von einem definierten Server. Kurz: Eine RIA ist eine benutzerfreundliche, eng mit dem Desktop verknüpfte Webanwendung. Zur Herstellung von RIAs bieten sich verschiedene Werkzeuge an. Das Auktionshaus Ebay beispielsweise entschied sich für die Laufzeitumgebung AIR (Adobe Integrated Runtime) und ihre Plattform als Grundlage für den «Ebay-Desktop». Die Software sollte die Nutzung der inzwischen komplexen Auktionswebsite wesentlich vereinfachen.

 
Seite 1 von 4

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Was für Schuhe trug der gestiefelte Kater?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER