Bank Vontobel krempelt IT um

Bank Vontobel krempelt IT um

25. Februar 2010 - Die Schweizer Privatbank Vontobel hat eine Service-basierte Architektur aufgebaut, eine neue Bankenlösung eingeführt und die Geschäftsprozessautomatisierung vorangetrieben.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/03

Über viele Jahre hat sich in der Bank Vontobel eine IT-Landschaft entwickelt, die auf Mainframe- und Client/Server-Plattformen basiert. Eine Mischung aus massgeschneiderten und Standard-applikationen wurde implementiert, um Dienstleistungen wie E-Banking, Auftragsbearbeitung, strukturierte Projekte, Wertpapierhandel, Portfolio-Management, Risikomanagement, Leistungsabgabenberechnung sowie -zuordnung, CRM und andere Bankservices anbieten zu können. Die Integration dieser unterschiedlichsten Applikationen führte zur Entstehung einer Fülle eigens erstellter Schnittstellen und zu einer sehr unübersichtlichen IT-Landschaft.


Aufgrund der vielen punktuellen Schnittstellen wurden Routineänderungen bei existierenden Applikationen sowie die Einführung neuer Applikationen und Funktionalität zunehmend schwieriger. Die Bank sah sich daher gezwungen, ihre IT-Landschaft zu modernisieren, um konkurrenzfähig zu bleiben und bei der Anpassung des Berichtswesens an neue regulative Bestimmungen dynamischer zu werden. Vontobel entschied sich für die integrierte Bankenlösung Avaloq Banking Suite, um ihre Kernservices sicherzustellen.

Dabei erkannte man, dass wichtige Funktionen in bestehenden Anwendungen auch weiterhin benötigt würden. Das IT-Management von Vontobel entschied sich daraufhin für die Einrichtung einer Service-basierten Architektur, innerhalb derer Legacy-Applikationen und neue Anwendungen miteinander arbeiten und kommunizieren können. Anstatt einer Vielzahl von Eingangs- und Ausgangspunkten sollte jede Applikation Details zu eingehenden und ausgehenden Ereignissen und Daten in Bearbeitung an eine Middleware-Schicht senden, die das Routing von Anfragen und die Übermittlung von Datenpaketen ausführt. Dieser neue Ansatz hat eine Integration der Legacy-Applikationen mit der Avaloq Banking Suite ermöglicht, ohne dass Änderungen am Programmcode erfolgen mussten.



Middleware wird zentrale Komponente

«Vontobel ist ein ganz normales Unternehmen. Die Mitarbeiter im Tagesgeschäft und die für die Betriebsabläufe zuständigen sind nicht verbunden. Geschäftsanwender sollten nicht fragen müssen, warum ihre Anwendung noch nicht gestartet ist», erklärt Toni Gasser, Leiter des Informationsmanagements und zuständig für die unternehmensweite Anwendungsintegration, Middleware- sowie Infrastrukturtechnologien der Bank Vontobel. Gerade deshalb habe man etwas, das oberhalb der Applikationen angesiedelt ist, benötigt. «Wir haben uns für die Schaffung lose verbundener Systeme entschieden, die über eine ESB-Middleware-Schicht (Enterprise Service Bus) kontrolliert werden können», meint Gasser und ergänzt: «Unsere Job-Pläne und Workflow-Prozesse sind global über das Unternehmen verteilt und umfassen zahlreiche Applikationen. Für unser Geschäft ist es enorm wichtig, dass wir durchgehende Prozesse kontrollieren und sehen können, nicht bloss einzelne Aufgaben.»


Die Middleware-Schicht wurde also zur zentralen Komponente für die Abwicklung von Applikationen. Die Bank hat schnell erkannt, dass dabei sowohl asynchrone wie auch synchrone Anfragen verarbeitet werden müssen. Während die Bank als ESB-Lösung die Sun Java Composite Application Platform Suite (JCAPS) gewählt hat, um die synchronen Workflows zu bedienen, fiel die Wahl für asynchrone Prozesse und die traditionelle Batch-Verarbeitung auf die UC4 Workload Automation Suite, um zur Unterstützung des Bankgeschäfts Prozesse zu steuern, die Avaloq und die umgebenden IT-Applikationen umspannen. Datentransporte zwischen Anwendungen sind typischerweise Message- oder Datei-basierend, Web-Services finden über externe Schnittstellen statt. UC4 kontrolliert dabei als Integrationsschicht die Prozessflüsse.

Zu den entscheidenden Kriterien für die Wahl von UC4 zählten die Objektorientierung, die sich als besonders geeignet für die Architektur der Businesstechnologie in der Bank erwies, sowie die externe Kontrolle über Avaloq-Jobs mit Hilfe eines vom Hersteller zertifizierten Adapters. «Wir benötigten weiter ein Produkt mit J2EE-Unterstützung, zahlreichen Anwendungsschnittstellen und eine Architektur, die für unsere zukünftigen Anforderungen skalierbar und anpassbar ist», merkt Toni Gasser an.


Prozessflüsse, die das Sortieren von Informationen ebenso wie das Routing von Datenpaketen beinhalten, werden ab sofort in der UC4 Workload Automation Suite definiert. Das Anstossen von Anwendungen und Diensten wird zu einem späteren Zeitpunkt der Integration erledigt. Log-Dateien werden überwacht, um neue Dateien zu verarbeiten. Dateiübertragungen werden von UC4 gesteuert. Die Quelle muss für das Senden einer Datei keine Details über das Ziel wissen. Anwendungen und Nutzer müssen so nicht auf Informationen warten. «Mit UC4 haben wir eine einheitliche Sicht und die Kontrolle über alle Prozesse erhalten. Alle unsere Batch-Prozesse und Workflows werden nun mit UC4 entwickelt und gesteuert», erklärt Toni Gasser.

 
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