Kosten senken mit Exchange 2010

Kosten senken mit Exchange 2010

30. November 2009 - Mit Exchange 2010 ist eine neue Version von Microsofts Messaging Server verfügbar. Sie soll Firmen dabei helfen, Kosten beim Betrieb der E-Mail-Infrastruktur einzusparen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/12

von Urs Bertschy

In vielen Unternehmen ist Exchange als Messaging-System kaum mehr wegzudenken. Der Nachrichtenserver ist derart beliebt, dass selbst Microsoft-Konkurrenten wie Apple oder Nokia sich veranlasst fühlten, das Exchange-Protokoll ActiveSync zu lizenzieren, um ihre Mobilgeräte Business-tauglich zu machen. Damit drängt sich die Frage auf: «Was kann Microsoft an einem Produkt, das so gut bei den Kunden ankommt, noch besser machen, um die Firmen zu einem Upgrade zu bewegen?» Die Antwort darauf gleich vorweg: Den Redmondern ist bei Exchange 2010 so einiges eingefallen. Sie haben nicht nur den Komfort für die Benutzer verbessert, sondern auch einige Einschränkungen und Macken der Vorgänger ausgemerzt.



Hohe Verfügbarkeit ohne Clustering

Die Storage-Architektur von Exchange 2010 ist komplett überarbeitet worden, so dass man jetzt auch ohne aufwendiges Clustering eine hohe Verfügbarkeit erreichen kann. Dabei wurde die strikte Kopplung zwischen Mailserver und Datenbanken aufgehoben. Stattdessen kommt nun ein neues, flexibleres Architekturmodell zum Einsatz, bei dem die Mailbox-Datenbanken auf mehreren unter-schiedlichen Servern liegen können. Dazu lassen sich bis zu 16 Mailbox-Server in sogenannten Database Availability Groups zusammenfassen. Die Mailbox-Datenbanken der gruppierten Server werden ständig gegenseitig aktualisiert. Fällt nun ein Server aus oder ist eine einzelne Mailbox defekt, wird automatisch auf die Datenbank eines intakten Rechners zurückgegriffen (Downtime von etwa 30 Sekunden). Die Datenbank-Replikate lassen sich zudem auch für Backup und Desaster-Recovery nutzen. Defekte Mailboxen können sehr schnell aus einer replizierten Datenbank wiederhergestellt werden.


Mit der neuen Funktion «Online Mailbox Moves» ist das Verschieben von Mailboxen nun deutlich einfacher geworden. Dieser bislang mühsame und langwierige Prozess, bei dem Nutzer teilweise während längerer Zeit keinen Zugriff auf ihre Mails hatten, kann mit Exchange 2010 wesentlich schneller vollzogen werden. Dabei haben die User auch während des Verschiebevorgangs Zugang zu ihren Mails und können wie gewohnt Nachrichten versenden und empfangen.

Neben der verbesserten Storage-Architektur wurde auch das I/O-Subsystem in Exchange 2010 generalüberholt und soll gemäss den Angaben von Microsoft nun bis zu 70 Prozent schneller als in Exchange 2007 (90 Prozent schneller gegenüber Exchange 2003) sein. Alternativ zu teuren SANs (Storage Area Networks) wird man dadurch künftig auch günstigere SATA-Storage-Lösungen verwenden können, ohne dabei in Gefahr von Performance-Problemen zu laufen.


Wie sein Vorgänger wird auch Exchange 2010 zwingend eine 64-Bit-Umgebung voraussetzen. Dabei kann der neue Messaging-Server allerdings nur noch mit Windows Server 2008 (SP2 oder R2) betrieben werden.

 
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