Tumorbekämpfung mit Sharepoint

Tumorbekämpfung mit Sharepoint

14. Juli 2009 - Das Inselspital Bern hat zusammen mit GridSoft ein auf Microsoft Sharepoint basierendes Online-Portal für die effizientere Behandlung von Tumor-Patienten eingeführt.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/08

Im Schweizer Gesundheitswesen ist aktuell einiges im Gang, vor allem im Bereich E-Health, also dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Verbesserung von Qualität und Entscheidungsgrundlagen, der Effizienzsteigerung sowie der Gewährleistung der Gesundheitsversorgung.



Auch am Inselspital in Bern mit seinen rund 7000 Mitarbeitenden wurden in den letzten Wochen und Monaten einige interessante IT-Projekte umgesetzt, um die jährlich über 220’000 Patienten noch besser und effizienter behandeln zu können. Eines dieser Projekte war die Einführung eines elektronischen Tumorboards.



Ein Tumorboard ist eine Konferenz von Fachärztinnen und -ärzten aus verschiedenen Disziplinen der Medizin, die sich auf die Behandlung von bösartigen Tumoren spezialisiert haben. An einem bestimmten Tag treffen sich im Inselspital jeweils wöchentlich bis zu 30 Chirurgen oder Gynäkologen, Radio-Onkologen, Medizinische Onkologen, Pathologen oder Radiologen zu einer interdisziplinären Besprechung über Patienten mit dem Ziel, ein optimales diagnostisches und therapeutisches Vorgehen zu definieren. Insgesamt gibt es am Inselspital neun solche Tumorboards.




Der Schritt in die Digitalisierung

Alles rund um diese Tumorboards, das heisst von der Anmeldung, der Einladung bis hin zur Archivierung beziehungsweise dem Versand der Protokolle und Bescheide, geschah bisher auf dem Papierweg, per Fax oder Post. Alles wurde immer grösser und komplexer. Deshalb sah sich Prof. Dr. med. Ralph Alexander Schmid, Chefarzt der Klinik und Poliklinik für Thoraxchirurgie am Inselspital, nach einer Lösung für diese Probleme um. Die IT sollte Schmid dabei helfen. «Also gab ich die Idee und die Vorstellungen für ein eTumorboard in den IT-Rat des Inselspitals ein. Dort wurde das Projekt analysiert, gut- geheissen und weitere Details dazu ausgearbeitet», so Schmid. Unter anderem war auch die Eigenentwicklung eines solchen Tools ein Thema, schliesslich hat man sich dann aber für einen externen Entwickler entschieden. Zum Zug kam GridSoft.



GridSoft, das kleine, junge und auf Microsoft-Technologien spezialisierte Berner Unternehmen mit 12 Mitarbeitern, erhielt den Auftrag ein elektronisches Dokumentenverwaltungssystem einzuführen. Es sollte ein Kommunikationssystem geschaffen werden, um den einweisenden Ärzten einen elektronischen Zugriff auf die Tumorboard-Berichte zu ermöglichen. Ausserdem galt es, die Geschäftsprozesse des Inselspitals zu optimieren und ein inselweites standardisiertes System einzuführen sowie die Aussenkommunikation zu fördern.



Im Mai 2008 starteten GridSoft und das Inselspital die Entwicklung des eTumorboards, im Februar dieses Jahres haben es die beiden Kliniken Thorax- und Viszeralchirurgie in Betrieb genommen.



Mit dem eTumorboard können die Ärzte alle Daten und Informationen zu Fällen sofort von überall und jederzeit online abrufen. Die Zugriffsberechtigungen auf die Daten sind fall- und rollenbasierend. Ein Arzt kann also entweder nach Patient, den er betreut, oder nach Funktion, die er innehat, den Zugriff erhalten. Insel-Mitarbeitende können sich elektronisch direkt für das Board anmelden, externe (Haus)Ärzte benötigen dazu vorher einen HIN-Account (dazu später mehr). Das eTumorboard dient ausserdem der Sitzungsorganisation. Der Vorsitzende beziehungsweise sein Sekretariat kann direkt im System Dinge wie beispielsweise die Reihenfolge der Patientenvorstellungen festlegen, eine automatische Erstellung der Agenda und den Versand derselben via Outlook anstossen. Ausserdem können nach den Sitzungen auch Berichte als PDF automatisch erstellt und versandt werden.


 
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