Geschäft und IT im Einklang

Geschäft und IT im Einklang

13. Juni 2009 - Das Business Process Management als Methodik und die serviceorientierte Architektur als technische Basis unterstützen Unternehmen punkto Effizienz und Qualität.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/07

Die Hersteller von Lösungen fürs Geschäftsprozessmanagement (Business Process Management, BPM) versprechen, ihre Produkte würden erstens die Effizienz der unternehmensinternen und firmenübergreifenden Abläufe steigern und zweitens gleichzeitig zur Qualitätsverbesserung beitragen. Diese zwei Ansprüche stehen sich eigentlich diametral gegenüber, lassen sich in der Praxis aber durchaus fruchtbringend verknüpfen, wie die Stiftung Auffangeinrichtung BVG mit einem kürzlich abgeschlossenen Projekt eindrücklich beweist – siehe Seite 16.



BPM und SOA als Vermittler

Ein Kernaspekt erfolgreicher BPM-Projekte ist die Vermittlung zwischen IT und Fachabteilungen. Die Prozesse, die das Unternehmen in Schwung halten, werden typischerweise zunächst in einem Modellierungstool grafisch zusammengestellt und so lange verfeinert, bis alle Schritte logisch korrekt definiert und möglichst realitätsgerecht verknüpft sind. Dies bedingt natürlich, dass sich die Tätigkeit des Unternehmens überhaupt in Form klar definierbarer Abläufe vollzieht – andernfalls ist die BPM-Einführung eine gute Gelegenheit, sich über die Prozesse im Unternehmen klar zu werden.


Auf die Details der technischen Umsetzung wird dabei keine Rücksicht genommen – idealerweise sorgt danach eine Prozess-Engine dafür, dass die abstrakt modellierten Prozesse automatisch in die IT-Landschaft übertragen und ausgeführt werden. Dies gelingt am besten, wenn die Business-Logik nicht in einen monolithischen ERP-Dinosaurier gepresst ist, sondern in einer serviceorientierten Architektur (SOA) in Form von einzelnen, unabhängig nutzbaren Services vorliegt, die sich bedarfsgerecht mehr oder weniger frei kombinieren lassen.

An der Prozessmodellierung sollten sowohl die Anwender aus den betroffenen Fachabteilungen als auch Vertreter der IT-Abteilung beteiligt sein. Nur so ist garantiert, dass auf der einen Seite keine Konzepte entstehen, die sich gar nicht umsetzen lassen, weil die Prozesse nicht inhärent schlüssig definiert sind, und andererseits die Geschäftsabläufe nicht in ein technisch motiviertes Korsett gezwängt werden. Business Process Management ist eben nicht in erster Linie eine Softwarekategorie, sondern eine Vorgehensweise zur Optimierung von Unternehmen, die sich unter anderem der Unterstützung durch passende Software bedient.


Mit der Modellierung und Ausführung der Prozesse ist es aber noch nicht getan: Als drittes wichtiges Standbein bietet eine umfassende BPM-Lösung Funktionen zur Überwachung der Prozesse und liefert Kennzahlen (Key Performance Indicators, KPI) für die Unternehmenssteuerung und zu Compliance-Zwecken. Unter dem Motto «Process Discovery» beziehungsweise «Process Intelligence» bieten einige Lösungen zudem die Möglichkeit, durch die Überwachung der Unternehmensanwendungen die Prozessdefinitionen automatisch aus dem IT-Betrieb abzuleiten und so die tatsächlichen Abläufe mit den manuell modellierten Soll-Prozessen zu vergleichen.

 
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