Bühne frei für Smartphones mit Touchscreen

Bühne frei für Smartphones mit Touchscreen

17. April 2009 - Fast alle grossen Hersteller haben heute ein Business-Smartphone mit Touchscreen im Angebot. Infoweek zeigt die Stärken und Schwächen fünf aktueller Top-Modelle.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/05

Apple schwimmt mit seiner Mobiltelefon-Premiere iPhone seit 2007 auf einer Erfolgswelle. So richtig los ging es letzten Sommer, als mit dem iPhone 3G bereits nach einem Jahr ein neues Modell mit GPS und 3G-Unterstützung lanciert wurde – auch bei uns in der Schweiz. Das Gerät ist beliebt, ganz besonders bei privaten Anwendern. Aber auch in viele Firmen hat es das iPhone unterdessen geschafft. Ein Grund für den Erfolg des Apple-Smartphones dürfte seine Bedienung sein. Apple setzte mit seiner Touch-Technologie neue Massstäbe. Inspiriert davon hat der Grossteil der Konkurrenz sein Portfolio unterdessen mit einem oder mehreren Touchscreen-Smartphones angereichert.


Der erste Gegner erwuchs Apple in der Form von HTC. Der taiwanesische Handy-Hersteller brachte mit dem Touch schnell einen Konkurrenten. Unterdessen hat man eine ganze Reihe an Geräten mit Touch-Bedienung, laufend kommen neue Modelle hinzu. Aus dem Hause HTC stammen auch die ersten, vielbeachteten Touch-Smartphones die auf Googles offenes Betriebssystem Android setzen. Ende 2008 lancierte Sony Ericsson seinen ersten iPhone-Killer. Auch Research in Motion (RIM) hat unterdessen nachgezogen: Seit Anfang April ist sein erstes Touch-Gerät bei Swisscom erhältlich. Fehlt eigentlich nur noch der Weltmarktführer. Auf das erste Business-Touch-Smartphone von Nokia muss man allerdings noch ein bisschen warten. Genau so gespannt darf man auf die ebenfalls für demnächst angekündigten Geräte von Toshiba, LG, Samsung, Palm, Motorola oder allen anderen sein.

Das Angebot an iPhone-ähnlichen Geräten für Business-Zwecke ist also bereits recht ansehnlich, und die Auswahl wird immer schwerer. Infoweek hat deshalb in einem Vergleichstest fünf aktuelle Top-Geräte gegeneinander antreten lassen. Wer ist das aktuell beste Touchscreen-Smartphone fürs Business? RIMs Blackberry 9500 Storm, Sony Ericssons Xperia X1, das HTC Touch Pro, das erste Android-Smartphone T-Mobile G1 oder doch Apples iPhone 3G?




iPhone 3G

Von den fünf Testgeräten ist das iPhone 3G am längsten auf dem Markt. Es hat alles, was ein modernes Handy ausmacht: 3G-Unterstützung, W-Lan, GPS, Fotokamera, Bluetooth, viel Speicherplatz (8 GB) und einiges mehr. Was auf den ersten Blick auffällt, ist das grosse Display. Im Vergleich zu den anderen vier Geräten ist es das grösste. Bedient wird das Smartphone ausschliesslich mit den Fingern und einer Taste unten, es gibt keine Tastatur oder einen Stift (Stylus). Anfangs ist das irgendwie komisch. Es stellen sich ein paar Fragen, zum Beispiel wie man eine Telefonnummer wählt oder eine SMS schreibt. Natürlich geht das alles. Keine Tastatur heisst aber, dass mit den Fingern geschrieben wird und zwar auf einer virtuellen Tastatur. Die stellt den Benutzer vor ziemliche Herausforderungen, Vertipper werden zur Gewohnheit. Mit der Zeit geht das Schreiben aber trotzdem recht rassig. Was man nicht kann, sind Texte oder Wörter markieren, kopieren oder einfügen. Mit der kommenden iPhone-Software 3.0 will Apple das im Sommer nachreichen. Das wäre besonders beim Verfassen von E-Mails unterwegs sehr nützlich. E-Mail-Accounts lassen sich übrigens sehr schnell und einfach einrichten, mit Unterstützung für ActiveSync und Exchange.


Die Finger-Navigation des iPhone ist das Faszinierende an diesem Gerät und macht den Mythos aus. Sich durch Fotos zu blättern, sie mit Daumen und Zeigefinger zu vergrössern und zu verkleineren macht Spass und geht wirklich toll. Überhaupt gibt’s beim iPhone nur beim Aufstarten oder beim Drehen der Anzeige vom Hoch- ins Querformat und zurück Wartezeiten. Ab und zu noch im Browser. A propos: Hier fehlt einem die Flash-Unterstützung. Immer wieder trifft man beim Surfen auf Webseiten die leider nicht dargestellt werden können. Ansonsten wird im Netz aber alles hervorragend dargestellt, und es kann sehr gut darin navigiert werden. Mit einem Doppelklick zoome ich eine Auswahl heran, mit selben Befehl zurück. Ausserdem ist auch hier die Multi-Touch-Eingabe möglich.

Seitens der Programme kommt das iPhone von Haus mit einer Navigationslösung mit Karten von Google Maps, Kalender, Adressbuch und ein paar Sachen mehr. Spannend wird der Besuch im Appstore: Dort findet man tausende von kostenlosen und kostenpflich-tigen weiteren Programmen für das iPhone. Was bislang noch vermisst wird, ist eine Software zum Bearbeiten von Microsoft-Office-Dateien. Man kann sich die Dokumente, auch in der 2007er-Version, zwar anschauen aber wie bei PDFs nichts verändern. Ansonsten findet man im Appstore alles, was das Herz begehrt.


Zum Schluss noch zwei Hauptkritikpunkte: Die Akku-Leistung des iPhones ist schlecht. Bei sehr, sehr eingeschränktem Gebrauch kommt man auf knapp zwei Tage, im Normalfall sind es aber nur zwischen einem und zwei, bis das Smartphone wieder an die Steckdose muss. Punkt zwei: Im Gegensatz zu anderen Geräten lässt sich im iPhone sehr wenig verändern. Vieles ist vorgegeben und muss akzeptiert werden. (mv)

 
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