Daten unterwegs ins Ungewisse

Daten unterwegs ins Ungewisse

17. April 2009 - Ohne organisatorische, technische und regulatorische Massnahmen kann aus dem Traum der mobilen Arbeitsfreiheit bald ein rechtlicher Albtraum werden.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/05

Der Arbeitsnomade sitzt im Zug. Er greift drahtlos auf das Netzwerk im Büro zu und holt sich die Daten, die er für seine Arbeit unterwegs benötigt. Zwischendurch spricht er übers Handy mit seinem Kollegen im Geschäft über einen Kunden und dessen Probleme; die Mitfahrer hören gespannt zu. Dann geht er zur Toilette, lässt sein Notebook und sein Handy zurück. Der Arbeitsnomade ist sich nicht bewusst, wie viele rechtliche Stolpersteine im Weg liegen, währenddem er unbekümmert durch die Welt braust.




Datenschutz und Kundengeheimnis

Der Gau für jeden CEO ist die Schlagzeile «Laptop mit 3000 Kundenadressen im Zug spurlos verschwunden!» und führt heute in der Regel zum «vorzeitigen Abgang» des Top-Kaders, das dafür nach Datenschutzgesetz schlussendlich verantwortlich ist. Dabei sind die rechtlichen Konsequenzen zu vernachlässigen. Das Datenschutzgesetz und seine Grundsätze sind aber die rechtliche Leitplanke, an denen der Datenschutz eines Unternehmens gemessen wird, eben auch durch die Medien. Datenschutz ist darum Chefsache und entsprechende organisatorische, technische und regulatorische Massnahmen sind «top-down» anzuordnen. Damit sie auch eingehalten werden, sind die unternehmensinternen Datenschutzregeln mit drastischen Konsequenzen für den fehlbaren Mitarbeiter zu verbinden. Alles andere hätte etwa soviel Wirkung wie ein Löwe ohne Zähne.



Nicht nur Ärzte, Rechtsanwälte und Banker unterliegen einem speziellen gesetzlichen Geheimnis. Im Rahmen seiner Sorgfaltspflicht hat jedes Unternehmen neben dem Datenschutz auch nach Vertragsrecht die Vertraulichkeit seiner Kunden zu wahren. Und der Mitarbeiter seinerseits hat eine entsprechende arbeitsrechtliche, gesetzliche Geheimhaltungspflicht, die sogar über sein Arbeitsverhältnis hinaus andauert. Wird sie verletzt, kann der Arbeitgeber gegenüber dem Mitarbeiter durchgreifen, was bis zur fristlosen Entlassung führen kann.


 
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