Leider nicht alles ganz so einfach

Leider nicht alles ganz so einfach

17. April 2009 - Mobile Computing für SAP-Anwender wäre eigentlich ganz einfach. Doch die hochkomplexe SAP-Umgebung ist für Unterhalt und Betrieb eine sehr grosse Herausforderung.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/05

SAP erschliesst dem Anwender und sich selbst mit SAP Netweaver Mobile mobile Geräte als Frontend. Damit wird der SAP-Nutzerkreis im Unternehmen und darüber hinaus ausgeweitet. Über mobile Geräte können Teilmengen der SAP-Funktionen und Daten Nutzern zur Verfügung gestellt werden, die unterwegs sind oder aufgrund ihrer Tätigkeit und Umgebung nicht auf einem normalen Computer arbeiten können. Beispielsweise können Verkäufer unterwegs CRM-Daten einsehen und aktualisieren, Fahrer auf einer Baustelle Produkt- und Lieferinformationen erfassen oder Mitarbeiter jede Art von Inventar überall aufnehmen.


Dank der Netweaver-Technologie kann SAP auch von der technologischen Architektur her aus dem Vollen schöpfen. Gleichzeitig ermöglicht die serviceorientierte Architektur der SAP-Anwendungen, die notwendigen Business-Services aus den unterschiedlichen SAP-Standardapplikationen wie ERP und CRM in Form von Webservices zur Verfügung zu stellen. Bei Bedarf können so Funktionen und Daten aus allen Bereichen der SAP-Business-Suite-Applikationen auf mobilen Geräten zur Verfügung gestellt werden.

Die Bereiche der SAP Business Suite sind:


? Finanzwesen


? Fertigung


? Beschaffung


? Produktentwicklung


? Marketing


? Vertrieb


? Service


? Personalwesen


? Logistikabwicklung


? IT-Management


So überzeugend dies für das Geschäft ist, gilt es, die Herausforderungen der Einführung für Anwender und Informatik von SAP Mobile Computing im Unternehmen zu beachten. Es sind dies, wie generell für alle Mobile-Computing-Anwendungen, zu niedrige Datenübertragungsgeschwindigkeiten und die unterschiedlichen Anforderungen der nicht standardisierten mobilen Geräte von Smartphones bis Notebooks.


Hinzu kommt im Fall von SAP, dass sich sowohl Entwicklung wie auch Betrieb um die zugehörigen Entwicklungswerkzeuge und die benötigte Middleware-Plattform kümmern müssen. Dies nicht nur bei der Entwicklung und Einführung, sondern vor allem für sämtliche Änderungen über den ganzen Lebenszyklus der mobilen Applikationen hinweg.



Herausforderungen für Entwicklung, Lifecycle-Management und Betrieb

Für die Entwicklung stellt SAP Netweaver eine umfassende Entwicklungsplattform zur Verfügung – auch für die Entwicklung der Anwendungen mit mobilen Geräten als Frontend. Was auf dem Papier ganz einfach und überzeugend aussieht, sollte man in der Praxis betreffend der Konsequenzen dennoch genau überprüfen. Von Entwicklung und Einsatz mobiler Anwendungen und Geräte ist beim SAP-System nämlich nicht nur das mobile Frontend betroffen. Vielmehr sind in verschiedensten Bereichen Auswirkungen auf des ganze Sys-tem und seinen Unterhalt zu erwarten. Aus technologischer und vor allem Software-logis-tischer Sicht bedarf SAP Netweaver Mobile bereits zweier unabhängiger Umgebungen! SAP Netweaver Mobile benötigt die Installation


? eines ABAP-Application-Servers

? wie auch eines Java-Application-Servers


Auf diesen Application-Servern sind zusätzlich jeweils die von den Applikationen benötig-ten ABAP- oder Java-Add-Ins zu installieren. Das Zusammenspiel der Komponenten zeigt die Grafik «Komponenten der SAP Netweaver Mobile Platform».


Wesentliche Auswirkungen von der Einführung mobiler Anwendungen sind im SAP--System auf drei Systemkomponenten zu erwarten:


1. auf dem Netweaver- Java-Application-Server,


2. dem Netweaver-ABAP-Application-Server und


3. ebenfalls auf dem SAP-Backend-System.


Auf dem Java-Application-Server werden die Frontend-Applikationen entwickelt. Für die Entwicklung dient das SAP NWDS (SAP Netweaver Development Studio). Zur Ausführung kommt der Java Code auf dem SAP-NW-Java-Application-Server. In der professionellen Entwicklungsumgebung wird die Java Softwareversionierung über die SAP NWDI (SAP- Netweaver-Development- Infrastruktur) vorgenommen.


Der ABAP-AS stellt entsprechend dem Business-Szenario der mobilen Frontend-Anwendung die Teildatenmengen bereit, die für den End-Nutzer direkt vor und nach dem Mobile-Device repliziert werden. Voraussetzung hierfür ist ein direkter Zugriff auf die SAP-Back-end-Systeme. Der von SAP hierfür zur Verfügung gestellte Mechanismus ist die «Data Orchestration Engine».


In der Praxis sind die Anforderungen von mobilen Lösungen so, dass die bereits definierte, entwickelte und durch Customizing erstellte SAP-Business-Logik meist nicht genügt. So müssen auch am SAP-Backend für die mobilen Applikationen Code-Änderungen vorgenommen und Einstellungen angepasst werden.

 
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