CIO-Interview: «Selbst Apple staunt, was wir auf den iPads alles machen»

CIO-Interview: «Selbst Apple staunt, was wir auf den iPads alles machen»

29. Februar 2020 - René Vogel, IT-Leiter beim Schweizerischen Nationalmuseum, ist mit seinem Team nicht zuletzt auch für die interaktiven Komponenten in den Ausstellungen verantwortlich. Dabei setzt er stark auf Apple.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/03
Welchen Bereich ihrer klassischen IT würden Sie denn als besonders herausfordernd bezeichnen?
Storage ist sicher die grösste Herausforderung bei uns im Haus – allein schon aufgrund der Datenmengen, die anfallen. Für eine Ausstellung fallen in der Vorbereitung jeweils sehr grosse Datenmengen an. Noch bevor sie dann eröffnet wird, geht es mit der nächsten Ausstellung weiter, da bleiben nicht selten Datenfriedhöfe zurück. Und für gewisse Datensätze oder digitale Inhalte müssen wir auch Langzeitarchivierung gewährleisten können.

Und wie lösen sie diese Herausforderung?
Letztlich gibt es nur eine Lösung: Die Speicherkapazitäten laufend auszubauen und alte Daten immer wieder auf aktuelle Speichersysteme zu kopieren.

Kommen wir zu den Installationen, die in den Ausstellungen zum Einsatz kommen. Können Sie hier die Rolle der IT beschreiben?
In der Regel ist es so, dass ein Ausstellungsmacher mit einem Szenario oder einer Ausganslage auf uns zukommt und wir uns überlegen, wie wir dieses Szenario mit Hilfe von IT interaktiv gestalten könnten.

Das heisst, die multimedialen Ideen werden von ihrer Abteilung ent­wickelt?
Sehr oft schon, ja.
Ich habe die Installationen, die sie machen, gesehen. Sie müssen das wohl kreativste IT-Team des Landes beschäftigen…
…(lacht) Es ist mit Sicherheit so, dass wir ein sehr kreatives, verspieltes Team sind. In meinem Team finden sich auch nicht nur klassische Informatiker, sondern ich habe Mitarbeiter mit einem künstlerischen Hintergrund oder jemanden mit einer Ausbildung als Fotograf. Gleichzeitig beschäftige ich aber auch einen Softwareentwickler in der Museums-IT. Die meisten Mitarbeiter in meinem Team sind schon lange Jahr bei uns, und auch die Umgebung, in der wir arbeiten, ist eher ausgefallen – ein bisschen wie bei Google, einfach ohne die Kantine und die Rutschbahn.

Wird die Kreativität auch durch eine besondere Führungskultur gefördert?
Förderlich ist sicher, dass wir sehr kurze Entscheidungswege haben und dass wir Raum geben, Dinge auszuprobieren – ich denke, damit schaffen wir die Grundlage. Und wir haben inzwischen auch sehr viel Erfahrung und ein gutes Gespür dafür, was sich in einer Ausstellung in welcher Form umsetzen lässt. Wir sind heute sogar soweit, dass andere Museen oder Ausstellungsmacher auf uns zukommen, weil sie wissen, dass wir viel Erfahrung mit ziemlich kreativen technischen Installationen gemacht haben.

Ist eine Idee einmal entwickelt, werden sie kaum in der Lage sein, alles auch selbst umzusetzen. Wie gehen Sie danach vor?
Für die Umsetzung arbeiten wir mit externen Firmen zusammen. Hier haben wir über die Jahre ein Netzwerk von innovativen Dienstleistern aufgebaut, die uns unterstützen. Dieses Netzwerk erweitern wir auch laufend, typischerweise handelt es sich bei diesen Anbietern eher um kleinere, hoch innovative Unternehmen.


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