CIO-Interview: "Ich sehe viel Potential beim Thema Voice"

CIO-Interview: "Ich sehe viel Potential beim Thema Voice"

Artikel erschienen in IT Magazine 2019/03
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Also ist die grosse Herausforderung bei technologischen Neuentwicklungen, den Benutzer im Zentrum zu behalten?
Genau, man muss den Menschen im Zentrum behalten. Das fängt bereits mit den eigenen Mitarbeitenden an, denn man darf nicht vergessen: Die Tourismus-Branche ist zwar oft Vorreiter, wenn es um digitale Innovation geht, zum Teil ist sie aber noch papierverliebt. Der Wandel muss auch in den Köpfen stattfinden.

Gibt es Innovationen, die Sie aktuell umsetzen und die in absehbarer Zukunft für die Kunden sichtbar werden?
Bei uns werden die digitalen Plattformen ständig überarbeitet und erweitert. In dem Zusammenhang wird sich unser Beratungsangebot dahingehend verändern, dass es noch stärker digital gestützt werden soll. Und ich persönlich sehe grosses Potential beim Thema Voice, auch wenn hier der Schweizer Markt noch nicht ganz bereit ist.

Was meinen Sie mit Voice?
Die Nutzung von digitalen Assistenten wie Alexa oder Google Home. Wenn ich anschaue, was Google in dem Bereich bereits macht, kommt hier noch einiges auf uns zu. Es wird nicht mehr allzu lange gehen, dass ich meinen digitalen Assistenten wissen lassen kann, dass ich einen Flug von Zürich nach Frankfurt brauche, er mir die Optionen aufzeigt und ich den passenden Flug über dieses Sprach-Interface gleich buche.
Ist das Zukunftsmusik?
Überhaupt nicht – Google hat diese Möglichkeit vor nicht allzu langer Zeit für American Airlines und United in den USA eingeführt. Wir selbst haben einen Prototypen für unsere Ferienwohnungsplattform Interhome gebaut, für den wir den digitalen Assistenten mit dem Smart TV zuhause koppeln. Eine Alexa- oder Google-Home-Box ist als Inspirationsquelle denkbar schlecht geeignet. Also haben wir uns überlegt, wie wir als Beispiel eine Voice-Anfrage nach einer Ferienwohnung für zwei Personen im Sommer in der Toscana visualisieren können. Umgesetzt haben wir das so, dass wir die gesprochene Anfrage für unsere API übersetzt haben – im gemachten Beispiel also "Sommer", "Ferienwohnung", "Toscana" und "zwei Leute" – und wir dann auf dem TV die passenden Produkte dargestellt haben.

Und? Hat der Prototyp funktioniert?
Ja, er hat funktioniert, und wir würden gerne in Zukunft ein Projekt zu diesem Thema initiieren sobald der Markt dafür reif ist. Dies wird aufgrund der aktuellen Verbreitung der digitalen Assistenten in der Schweiz noch einige Jahre dauern.

Wie gross ist die Hürde Schweizerdeutsch?
Wenn man sich die Sprachsteuerung beispielsweise der SBB anschaut, die mit verschiedenen Dialekten umgehen kann, ist man schon ziemlich weit. Englisch hat letztlich auch viele Dialekte. Die Sprache ist nicht unbedingt das Problem, wir sehen die Herausforderung eher bei der Akzeptanz der Nutzer. Doch wir sind überzeugt, die Akzeptanz wird wachsen, denn die Sprache ist die natürlichste Eingabemethode, die der Mensch besitzt.
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