Edge Computing - Rechenpower jenseits der Cloud

Edge Computing - Rechenpower jenseits der Cloud

(Quelle: Dell Technologies/Piqsels)
3. April 2021 - Edge Computing erlebt derzeit einen regelrechten Schub. Um das Potenzial auszuschöpfen, bedarf es einer Strategie, welche die Integration der Edge-Systeme in die bestehende Infrastruktur berücksichtigt und auf einer konsistenten Verwendung der Daten aufbaut.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/04
Waschmaschinen melden, wenn der Waschmittelvorrat zur Neige geht und lösen direkt eine Bestellung aus. Autonome Fahrzeuge sind vernetzt und tauschen Daten für einen sicheren Verkehrsfluss aus. Handwerker haben die Möglichkeit, defekte Geräte über Augmented-Reality-Anwendungen visuell mit dem Originalzustand zu vergleichen und Probleme in kürzester Zeit zu beheben. Hinter diesen Szenarien stecken neue Technologien wie das Internet der Dinge (IoT), Robotik, intelligente Messsysteme oder Augmented respektive Virtual Reality, die grosse Datenmengen benötigen und erzeugen, um althergebrachte Prozesse zu optimieren beziehungsweise zu automatisieren.

Um diese Prozesse innerhalb von Millisekunden anstossen zu können, ist eine kontinuierlich steigende Anzahl solcher Anwendungen auf eine Datenauswertung in Echtzeit angewiesen. Rechenzentren, die über 100 Kilometer oder noch weiter voneinander entfernt liegen, sind für solche Auswertungen deshalb nicht immer geeignet; die Datenübermittlung nimmt zu viel Zeit in Anspruch. Die Datenverarbeitung muss folglich näher an die Geräte rücken, was dank Edge Computing möglich ist. Das Marktforschungsunternehmen Gartner geht davon aus, dass bis 2025 75 Prozent der von Unternehmen generierten Daten ausserhalb des traditionellen, zentralisierten Rechenzentrums oder der Cloud anfallen und verarbeitet werden.

Edge Computing im Alltag

In gewisser Weise existiert das Edge Computing bereits seit Jahrzehnten – beispielsweise in Form von industriellen Steuerungssystemen. Früher fanden Berechnung und Steuerung allerdings nicht gemeinsam direkt an der Maschine statt. Das Edge Computing, wie wir es heute kennen, schafft daher neue Möglichkeiten für die Speicherung, Analyse, Prozessleistung und Cloud-Konnektivität. Gerade die Nachfrage nach geringen Latenzzeiten verschafft der Technologie einen bisher noch nie dagewesenen Schub.

Einer der Anwendungsfälle, die das Potenzial des Edge Computing besonders gut verdeutlichen, ist der Einzelhandel. Einkaufen als soziale Aktivität, die die Menschen in die Läden führt, wird zwar weiterhin bestehen bleiben, die Coronapandemie hat aber unter anderem dafür gesorgt, dass der hybride Mix zwischen Offline- und Online-Einkäufen stark zugenommen hat. Gekoppelt mit den Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten an eine hohe Verfügbarkeit beziehungsweise schnelle Lieferung der gewünschten Produkte kann eine Vernetzung mittels Edge-Datencentern von einzelnen Filialen, regionalen Lagern und der Zentrale für eine reibungslose Customer Journey sorgen. Denn Edge Computing gewährleistet die Auswertung der lokalen Daten in Echtzeit und steigert durch die Überwachung der Lagerbestände die Verfügbarkeit vor Ort.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel kommt aus der Industrie und der Produktion: Anlagen und Produktionsequipment werden immer häufiger mit intelligenten Sensoren ausgestattet, die lokale Umgebungs- und Zustandsdaten sammeln, aufbereiten und lokal verarbeiten, um daraufhin zielgerechtete Aktionen durchzuführen. Sogar in der Landwirtschaft kommen diese neuen Technologien zum Einsatz, zum Beispiel werden durch Umgebungssensoren Zustand und Qualität des Mutterbodens konstant analysiert und, als Resultat beispielsweise eines zu trockenen Bodens, eine künstliche Bewässerung aktiviert.
 
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