Die Anforderungen der neuen Arbeitswelt

Die Anforderungen der neuen Arbeitswelt

5. September 2020 - Das Thema Home Office ist präsenter denn ja und bietet Chancen für Unternehmen wie Mitarbeiter. Damit diese Möglichkeiten auch genutzt werden können, braucht ­es Anpassungen bei der Mitarbeiterführung, beim Projektmanagement und beim Einsatz von IT.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/09
Die derzeitigen digitalen ­Um- wälzungen im Zuge von ­Covid-19 geben einen Aus- blick, wie die Arbeit der Zukunft aussehen könnte und welche Rolle die Digitalisierung dabei spielt. In den vergangenen Monaten haben Unternehmen gesehen, dass es in vielen Bereichen möglich ist, Aufgaben remote zu erledigen. Dadurch hat das Thema Home ­Office plötzlich eine neue Akzeptanz ­erfahren. Denn sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter können von dem Trend profitieren – wenn er mit Bedacht umgesetzt wird: Unternehmen benötigen weniger Büroflächen, sparen Zeit sowie Geld für Reisekosten und Events in Persona und können gleichzeitig ihren ökologischen Fussabdruck verbessern. Die ­Anfahrt in die Firma entfällt und Mitarbeiter bringen Arbeit und Privatleben besser in ­Einklang. Ein Aspekt, der auch auf das Thema Geschlechtergerechtigkeit einzahlen kann, weil in Familien dann beide Elternteile mehr Zeit zuhause verbringen können. Die Produktivität profitiert ­ebenfalls: So ermittelte der Schweizer Gewerbeverband (SGV), dass die Produktivität von Schweizer Unternehmen während des Lockdowns um bis zu 16 ­Prozent gestiegen ist. Klar ist: Will man ­Digitalisierung dauerhaft erfolgreich in der Arbeitswelt umsetzen, braucht es das richtige Mindset im Unternehmen und die passenden Tools.

Stärkerer Fokus auf Leistung statt auf Präsenz

Bislang wurde Arbeit vor allem über ­Präsenz definiert: Arbeitnehmer verpflichten sich zu einer wöchentlichen Stundenleistung und werden entsprechend entlohnt. Ob Mitarbeiter diesen vertraglich geregelten Pflichten nachkommen, konnte über physische Anwesenheit leicht kontrolliert werden. Mit dem Umzug ins Home Office entfällt genau diese Konstante und alle Parteien müssen umdenken. Die Präsenz tritt zugunsten der Leistung in den Hintergrund – eine Entwicklung, die insbesondere junge Nachwuchskräfte freuen wird. Das hat starke Auswirkungen auf Management und Mitarbeiterführung.

Der zentrale Mindshift besteht darin, dass Arbeitgeber künftig ein Stück weit loslassen und mehr Vertrauen in die Mitarbeiter setzen sollten. Umgekehrt müssen auch die Mitarbeiter ihrem Vorgesetzen stärker vertrauen. Gleichzeitig ändert sich auch das Verständnis von Führung; es wandelt sich von der Leistungskontrolle hin zu einer Form von Coaching. Idealerweise erhält der Mitarbeiter Aufgaben mit einer Deadline für ihre Erledigung. Wie er das Ziel erreicht, ist im Prinzip ihm überlassen. Seine Vorgesetzten haben vor allem die Aufgabe, ihm bei Fragen zur Seite zu stehen oder ihn falls nötig anzuleiten. Für diese Form der Zusammenarbeit ist es allerdings unumgänglich, dass Teamleiter die Persönlichkeit des Mitarbeiters gut einschätzen können: Kann man ihn selbständig laufen lassen oder benötigt er bei Projekten mehr Unterstützung in Form von Zwischenzielen oder Halbzeitgesprächen?
 
Seite 1 von 4

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Wieviele Zwerge traf Schneewittchen im Wald?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER