Datenschützer warnen vor Faceapp

Datenschützer warnen vor Faceapp

Datenschützer warnen vor Faceapp

(Quelle: Faceapp)
19. Juli 2019 -  Die Smartphone-Anwendung Faceapp dominiert derzeit die Download-Charts. Datenschützer warnen allerdings vor der russischen App, die Nutzungsbedingungen sind offenbar schwammig.
Es dürfte kaum jemanden geben, der in den vergangenen Tagen und Wochen auf Facebook und Instagram nicht Fotomontagen von gealterten Freunden oder Prominenten begegnet ist. Die Anwendung Faceapp dominiert aktuell die Download-Charts und verspricht, mittels KI sein Gesicht beliebig älter oder jünger aussehen zu lassen. Hinter der App steht das Unternehmen Wireless Lab, das seinen Sitz in St. Petersburg, also in Russland hat, und es mit dem Datenschutz offenbar nicht allzu eng sieht.

Zumindest warnen Datenschützer beispielsweise in Deutschland und den USA davor, die App zu nutzen. Aus Deutschland heisst es laut "Heise.de", man müsse befürchten, dass persönliche Daten über Faceapp in die falschen Hände gelangen. Die Nutzungsbedingungen der Anwendungen seien schwammig und es sei nicht klar, welche Daten bei der Nutzung von Faceapp erhoben würden. In den USA hat Faceapp sogar den demokratischen US-Senator Chuck Schumer auf den Plan gerufen, der verlangt, das FBI und die FTC (Federal Trade Commission) sollen sich die App genauer anschauen. Dies, weil Nutzerfotos offenbar in der Cloud gespeichert werden und die App vollen Zugriff auf die Bilder und Daten des Anwenders verlangt. Schumer bemängelt, dass unklar sei, in welchem Umfang und an wen die App die gesammelten Daten weitergebe, was bedenklich sei, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass Faceapp russisch ist.

Die Macher von Faceapp haben gegenüber "Techcrunch" derweil versichert, dass die meisten hochgeladenen Bilder nach 48 Stunden wieder von den Servern gelöscht werden, und dass keine Nutzerdaten nach Russland gelangen, auch wenn die App dort entwickelt wird. Man nutze AWS respektive die Google Cloud für die Datenspeicherung. Ausserdem versichert Faceapp, keine Daten von Nutzern zu teilen oder zu verkaufen, und die Nutzer könnten verlangen, dass ihre Daten gelöscht werden. (mw)
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Kommentare

Freitag, 19. Juli 2019 Miranda
Schwammige Nutzungsbedingungen. Wie naiv kann man sein? Google hat das Location Tracking aktiviert gelassen, owbohl man es deaktiviert hat, was die Nutzungsbedingungen als abschalten deklarieren. Windows, eigentlich alle Microsoft Software, überträgt alle Informationen, die es findet, an Microsoft, obwohl das in den Nutzungsbedingungen nicht steht. Auch von anderen, die nie mit Windows zu tun hatten aber im Adressbuch auf einem Windows stehen, mit persönlichen Daten und Beziehungen. Facebook korreliert Daten in einer Weise, die bis in die geheimsten Geheimnisse Informationen preisgeben, obwohl das in den Nutzungsbedingungen nicht steht. Staaten überwachen den gesamten Datenverkehr über eigene Räume in jedem Rechenzentrum der Provider. In den Nutzungsbedingunen steht nichts davon und es wird sogar bestritten. Jedes Handy kann permanent verfolgt werden. In den Nutzungsbedingungen steht das nicht. Moderne Autos senden permanent Daten an den Hersteller. BMW hat zugegeben von jedem Fahrer Standortinformationen zu haben, die zu Bewegungsprofilen korreliert werden können, incl. jeder Nutzung, Anzahl der Personen, angeschnallt oder nicht, Beschleunigung, Bremsung, schneller gefahren als Erlaubt.... Nutzungsbedingungen gelesen? Von der eingebauten Totalüberwachung steht da nichts, auch schwammig nicht. Siri und Alexa überwachen jeden in Mikrofonreichweite, der nie zugestimmt hat, aufgenommen zu werden. Auch eingesetzt zur Erkennung durch Stimme, Erkennung von Beziehungen, Bewegungsprofilen. Nutzungsbedingungen? Steht nicht drin. Nutzungsbedingungen für jemanden, der diese Überwachungsgeräte gar nicht benutzt? Wie sollte das möglich sein? Er weiß wahrscheinlich nicht, dass er aufgenommen und ausspioniert wird, wenn er in Mikrofonreichweite gerät. Da stören schwammige Nutzungsbedingungen?

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