Der Schweizer E-Commerce im Jahr 2017

Der Schweizer E-Commerce im Jahr 2017

13. Juni 2017 -  Laut dem E-Commerce Report Schweiz 2017 hat der Onlinehandel in der Schweiz letztes Jahr um 8 Prozent zugelegt. Profitiert von diesem Wachstum haben aber vor allem die ausländischen Anbieter.
Der Schweizer E-Commerce im Jahr 2017
(Quelle: Datatrans)
Gemäss dem neuesten E-Commerce Report Schweiz 2017 hat der Onlinehandel hierzulande im letzten Jahr zwar um 8 Prozent zugelegt, allerdings würden längst nicht alle Online-Anbieter vom Wachstum profitieren. In vielen Branchen wachse die Dominanz einzelner Akteure, und die grössten Profiteure seien ohnehin einige wenige Online-Marken aus dem Ausland. Denn insgesamt hätten die ausländischen Anbieter in etwa doppelt so stark zugelegt wie die inländischen. "Die seit Jahren anhaltenden Marktanteilsverluste an ausländische E-Commerce-Anbieter sind bedenklich. Online sind die Grenzen niedriger. Im E-Commerce ist der Auslandsanteil bereits doppelt so hoch wie im stationären Handel", erklärt dazu erklärt Studienautor Ralf Wölfle von der Fachhochschule Nordwestschweiz. Diese steht zusammen mit dem Online-Zahlungsverarbeiter Datatrans hinter dem E-Commerce Report Schweiz, der seit 2009 Stellenwert, Wandel und Trends im Vertrieb an Endkonsumenten aus Sicht der Anbieter untersucht.


Wie die Studienverfasser weiter schreiben, ist die Dynamik im Schweizer E-Commerce nochmals gestiegen. Grund dafür seien die gross angelegten Investitionsprojekte Galaxus und Siroop. Als Onlinemarktplätze wollen sie mit unterschiedlicher Ausprägung die Potenziallücke nutzen, die aus dem zögerlichen Engagement von Amazon in der Schweiz entstehe. Auch Brack.ch weite sein Angebot durch Partnerschaften weiter aus, heisst es. In der neuen Rolle als Intersport-Fachhändler würden nun die Kernkompetenzen für den E-Commerce erstmals auch bei textilen Sortimenten eingesetzt.
Im Hinblick auf die traditionellen Händler schreiben Wölfle und Co, dass bei diesen das Bild der "eigenen" Kunden tief verwurzelt sei. Doch habe die mit Smartphones einhergehende Ortsunabhängigkeit und Marktransparenz an dieser Ehe gerüttelt. "Viele Onlinedienste unterstützen gerade die Vorbereitung von Einkäufen besser, als einzelne Anbieter das je tun könnten. Entsprechend ändern Kunden ihre Gewohnheiten – und Anbieter verlieren ihre Kunden in dem Sinn, dass sie nicht mehr deren bevorzugte Anlaufstelle für bestimmte Bedarfe sind. Besonders schmerzlich ist diese Entwicklung für das Übernachtungsgewerbe, das aktuell immer mehr Direktbuchungen an Onlineplattformen verliert."

Der Abschied vom Anspruch auf die Kunden führe zu neuen Haltungen und Geschäftspraktiken, wenn man die Instrumente der Digitalisierung verstehe. "Anstelle den Kunden passiv zu empfangen, gehen erfolgreiche Anbieter aktiv auf ihn zu. Der Weg dazu ist die Datenanalyse. Aus ihr lassen sich die Situationen erkennen, in denen Kunden etwas wollen, was der Anbieter ihnen bieten kann." Und weiter erklärt Studienautor Wölfle: "Was im stationären Handel die teure Lage ist, ist im E-Commerce der Suchbegriff. Kunden online in genau den Momenten zu identifizieren, in denen sie einen Bedarf haben, ist die Königsdisziplin im Online Marketing."

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die grossen Herausforderungen für Schweizer Händler.
 
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