Wenn Zeit zur Währung wird

Wenn Zeit zur Währung wird

6. Juli 2013 - Auf der Plattform des Schweizer Start-ups Timerepublik bezieht man Dienstleistungen gegen Zeit statt Geld. Der globale Dienst beruht auf dem Konzept von Zeitbanken.
Artikel erschienen in IT Magazine 2013/07
Auf Timerepublik können die Mitglieder ihre Talente angeben, anhand derer sie von hilfebedürftigen Nutzern gefunden werden. (Quelle: Timerepublik)
Die Spüle ist kaputt, das Portemonnaie leer und die handwerkliche Begabung nicht vorhanden. Nichtsdestotrotz muss die Spüle repariert werden. Was für Optionen bleiben einem in solch einem Fall? Die Lösung des in Lugano ansässigen Start-ups Timerepublik lautet Zeitbanken. Auf seiner Plattform bietet Timerepublik den Nutzern die Möglichkeit, Dienste gegen Zeit statt Geld zu beziehen. Im Fall einer kaputten Spüle beispielsweise, macht man sich auf der Plattform auf die Suche nach einem Anwender, der als eines seiner Talente Sanitär angegeben hat und schreibt diesen via den im Dienst integrierten Chat an. Hat der Angeschriebene Zeit, überweist man ihm nach Erledigung des Jobs von seinem User-Konto genau die Anzahl an Stunden, die dieser für den Service benötigt hat. Mit den gewonnen Stunden kann der Sanitär seinerseits eine Dienstleistung eines Mitglieds der Community beziehen.


Über 300 Seiten zur Entwicklung

«Die Idee für Timerepublik kam uns vor mehr als zehn Jahren. Durch eine Fernsehsendung hörten wir zum ersten Mal von Zeitbanken», erinnern sich die Timerepublik-Gründer Karim Varini und Gabriele Donati. «Damals schloss man die Deals noch in einem Gebäude. Wir waren überzeugt, dass Zeitbanken in Verbindung mit dem Internet ein mächtiges Instrument werden könnten.» Da soziale Netzwerke damals aber noch praktisch in-existent waren, liessen die beiden Gründer ihre Idee vorerst etwas ruhen. Vor zwei Jahren entschieden sie dann, die Zeit sei reif.
Varini und Donati machten sich auf den Weg nach Padua. Dort kannten sie drei Entwickler, von denen sie sich Hilfe erhofften. Diese liessen sich auch tatsächlich für Timerepublik begeistern. Sie erklärten jedoch, dass sie die Designs der Seiten aller Use Cases benötigten, die in den Dienst integriert werden sollten. Erst dann könnten sie mit der Umsetzung der Plattform starten. «Ich war bereits als Grafik-Designer tätig, weshalb ich mich sofort hinter meinen Schreibtisch gesetzt und an die Arbeit gemacht habe. In den nächsten Monaten entwarf ich mehr als 300 Seiten», erklärt Donati.
 
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