CIO-Interview: «Ohne IT kann man nur noch wenig optimieren»

CIO-Interview: «Ohne IT kann man nur noch wenig optimieren»

6. Mai 2012 - Seit einem Jahr leitet Ursula Kloss die IT-Abteilung der Amag Gruppe mit ihren über 6000 Anwendern. Im Interview erklärt sie ihre Strategien und Ziele.
Artikel erschienen in IT Magazine 2012/05
Ursula Kloss, CIO Amag (Quelle: Amag)
Swiss IT Magazine: Frau Kloss, Sie sind die erste weibliche CIO im Rahmen unserer Interview-Reihe. Lassen Sie uns deshalb doch, bevor wir dann zu Amag und ihrem Job kommen, erst kurz darüber sprechen. Wieso gibt es in der Schweiz nur sehr wenige weibliche IT-Leiter?
Ursula Kloss:
Ich weiss es nicht. Es schlagen aber generell immer noch wenige Frauen einen Berufsweg in der IT ein. In unserer 120-köpfigen IT-Abteilung liegt der Frauenanteil bei zehn Prozent. Im Bereich Support ist der Anteil etwas höher. Wenn wir Stellen ausschreiben, haben wir meist nur sehr wenige Bewerberinnen. Unsere Mitarbeiterinnen bewähren sich jedoch sehr gut.

Was spricht für Frauen denn gegen eine Kar­riere in der IT?
Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund dagegen. Berufe in der IT sind für Frauen genauso geeignet wie für Männer. Ich glaube, das Problem liegt im vielfach noch immer vorherrschenden Image des Informatikers, dass er sehr alleine und ohne soziale Kontakte arbeitet. Und die verschiedenen Ausbildungsinitiativen die infolge des Fachkräftemangels in der IT lanciert wurden, sind leider noch nicht so richtig in Schwung gekommen.

Kommen wir nun zu Amag. Sie haben uns bereits verraten, dass in der IT 120 Leute beschäftigt sind. Was sind ihre Hauptaufgaben?
Wir betreuen die komplette IT des gesamten Amag-Konzerns inklusive Clients, Server, Software, Netzwerk und Telefonie; zudem arbeiten unsere Händler und Service-Partnern auf einigen unserer Anwendungen und nutzen teilweise auch unsere Infrastruktur. Dazu gehören beispielsweise Werklösungen, die von den Herstellern vorgegeben sind. Aber auch als Importeur stellen wir ihnen diverse Anwendungen bereit. Viele unserer Service-Partner und Händler haben heute eine eigene IT-Infrastruktur, die von regionalen Dienstleistern betreut wird. Das führt ab und zu zu schwierigen Situationen, beispielsweise, wenn es zu Störfällen kommt und dann grössere Abklärungen nötig sind, um herauszufinden, ob das Problem bei uns oder beim Partner liegt. Insgesamt haben wir aktuell 6000 bis 7000 Anwender.

Was passiert in solchen Fällen? Wie hat Amag den IT-Support geregelt?
Die verschiedenen Bereiche von Amag haben keine eigene IT-Abteilung, sie haben Prozessverantwortliche oder Key User, mit denen wir sehr eng zusammenarbeiten. Den IT-Support machen wir deshalb zentral hier von unserem Sitz in Buchs aus. Wir haben einen eigenen Helpdesk mit rund 15 Leuten, die die Störungsmeldungen entgegennehmen und bearbeiten oder intern weitergeben. Für diese Aufgabe ist es sehr wichtig, dass man weiss, wie eine Garage funktioniert und die Anrufenden wirklich versteht. Als wichtig erachte ich das Key-User-Konzept: Häufig sind nämlich fachliche und IT-Fragen gemischt. Da ist es meines Erachtens sinnvoll, dass der Anwender eine Fachperson als erste Anlaufstelle zur Verfügung hat.
 
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