«Konkurrenz bereitet mir keine schlaflosen Nächte»

«Konkurrenz bereitet mir keine schlaflosen Nächte»

8. Juli 2011 - Eric Tveter, Managing Director von UPC Cablecom, spricht im Interview mit «Swiss IT Magazine» über das Mobile-Abkommen mit Orange, die TV-Zukunft und über Breitbandinternet.
Artikel erschienen in IT Magazine 2011/07
(Quelle: SITM)
Am 5. Juli hat UPC Cablecom bekanntgegeben, eine Mobile-Virtual-Network-Operator-(MVNO)-Vereinbarung mit Orange abgeschlossen zu haben. Im Gespräch mit «Swiss IT Magazine» erklärt Eric Tveter, warum er sich für Orange entschieden hat. Ausserdem erläutert der US-Amerikaner, der seit zwei Jahren an der UPC-Cablecom-Spitze steht, wie er mit dem Kundendienst zufrieden ist, warum sein Übernahmehunger noch nicht gestillt ist, welche Pläne er im TV-Geschäft verfolgt und weshalb er sich gerne um die Breitbandversorgung in Randregionen der Schweiz kümmern möchte.

Swiss IT Magazine: Was hat letztlich den Ausschlag gegeben, dass Sie im Mobilbereich eine Partnerschaft mit Orange eingehen?

Eric Tveter:
Wir haben eine Zusammenarbeit mit allen drei Schweizer Mobilfunkanbietern detailliert geprüft. Dank einem innovativen MVNO-Modell, der soliden Netzwerkinfrastruktur sowie den ambitionierten Investitions­plänen ging Orange als klarer Sieger dieses Wettbewerbs hervor.

Das Orange-Netz wurde jüngst als das schlechteste aller Schweizer Carrier bezeichnet. Haben Sie keine Angst, dass dies ein schlechtes Licht auf UPC Cablecom werfen könnte?
Darüber mache ich mir keine Sorgen. Sowohl in der Netzqualität als auch technologisch würde uns Orange einen guten Service bieten. Und vergessen Sie nicht die von Orange angekündigten Investitionen in das Netzwerk von über 700 Millionen Franken in den nächsten fünf Jahren.
Wird Orange auch Festnetzdienste auf Basis des UPC-Cablecom-Fixnets anbieten, oder ist die Vereinbarung einseitig?
Der Vertrag betrifft nur die Nutzung des Mobilfunknetzes von Orange durch UPC Cablecom.

Warum wurde die Partnerschaft nicht erst kommuniziert, wenn auch Produkte eingeführt werden, und was steht einer schnellen Produkteinführung im Weg?
Der vereinbarte Vertrag sichert UPC Cablecom die Option, unser führendes Portfolio auf dem Festnetz künftig mit einem Mobilfunkprodukt zu ergänzen. Wir werden diese Möglichkeit jetzt in gemeinsamen Teams vertieft analysieren und dann wieder informieren. Es besteht kein Grund zur Eile.

Können Sie einen Hinweis darauf geben, wann erste Produkte erscheinen werden?
Nein. Dafür ist es noch viel zu früh.

Wie sehr schmerzt es Sie, dass Sie während Jahren keine Mobilfunkangebote offerieren konnten – und wohlgemerkt noch immer nicht können?
Das ist kein Nachteil für uns. Unser Kerngeschäft ist und bleibt das Festnetz. Als einziger Schweizer Telecom-Player konnten wir dort wiederholt in allen digitalen Produkten (Digital TV, Internet, Telefonie) wachsen. Im ersten Quartal 2011 erzielten wir sogar die grösste Umsatzsteigerung seit zwei Jahren.

Ist es richtig, dass UPC Cablecom gerne zusammen mit einem Mobilfunkanbieter Femto-Zellen anbieten würde, aber bis jetzt kein Mobile-carrier für eine solche Idee zu haben ist?
Wir haben in den letzten Jahren viel Geld investiert, um unsere Kabelnetzinfrastruktur auf den heute aktuellsten Stand zu bringen. Wir besitzen heute ein Netzwerk der nächsten Generation und können deshalb Internet­geschwindigkeiten von 100 Mbps liefern – und auch mehr, wenn die Kunden dies wünschen. Unser Netzwerk ist für die Zukunft bereit. Die Mobilfunkanbieter stehen vor dem Problem des steigenden Netzverkehrs. Sie müssen grosse Investitionen in ihr Netz stecken – beispielsweise in LTE. Aufgrund unserer Vorteile im Festnetz ist es nicht undenkbar, dass Mobilfunkanbieter einmal einen Teil ihres Datenverkehrs via Femto über unser Kabelnetz ab­wickeln können. Das ist zurzeit aber noch Zukunftsmusik.
 
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