Kompakt, preiswert und farbig bitte!

Kompakt, preiswert und farbig bitte!

30. August 2010 - Swiss IT Magazine hat fünf aktuelle A4-Farblaserdrucker für kleine Büros und Abteilungen miteinander verglichen. Der Test zeigt, dass jeder seine Stärken hat, doch keiner alle.
Artikel erschienen in IT Magazine 2010/09
(Quelle: Vogel.de)

Die Zeit der monochromen, schwarzweissen A4-Laserdrucker ist heute in vielen Büros vorbei. An ihre Stelle treten farbfähige Printer. Das hat sehr stark mit den Gerätepreisen zu tun, die in den letzten Jahren deutlich gesunken sind, aber auch mit dem klar gestiegenen Bedarf nach Farbe – sei es, damit die Excel-Businessgrafik mit farbig codierten Kategorien auch in gedruckter Form auf den ersten Blick klare Einsichten erlaubt, um Marketingmaterialien in kleineren Auflagen gleich selbst im eigenen Büro zu drucken oder sogar für den gelegentlichen Fotodruck – hier haben allerdings Tintenstrahler qualitativ nach wie vor die Nase vorn.


Für um die 1000 Franken erhält man heute bereits einen Farblaser beziehungsweise LED-Printer, der ohne grosse Geschwindigkeits- und Qualitätsunterschiede farbig so gut druckt wie schwarzweiss. Swiss IT Magazine hat sich fünf solche netzwerkfähige A4-Farblaserdrucker mit integrierter Duplexeinheit für automatischen doppelseitigen Druck für kleine Arbeitsgruppen (3 bis 5 Personen) mit durchschnittlichem Volumenbedarf angeschaut und miteinander verglichen. Die Geräte für den Test wurden von den Herstellern anhand der genannten Kriterien ausgewählt. Ein Blick in die Tabelle zeigt, dass die Hersteller offenbar unterschiedliche Ansichten zur benötigten Druckleistung haben. So liegt das empfohlene monatliche Maximal-Druckvolumen zwischen 13'500 und 75'000 Seiten, die Druckgeschwindigkeit laut Hersteller reicht von 21 bis 30 Seiten pro Minute und auch die Möglichkeiten zur Papierverarbeitung variieren von maximal 550 bis 2150 Blatt.


Das Augenmerk lag beim Test primär auf praxisnahen Kriterien wie der Geschwindigkeit der Drucker, der Qualität der Drucke sowie der Ausstattung und Benutzerfreundlichkeit der Geräte. In Sachen Geschwindigkeit interessierte uns, wie viele Seiten pro Minute die aktuellen Geräte der führenden Hersteller ausspucken und wie lange es dauert, bis die erste Seite gedruckt ist. Die Seitenzahl pro Minute haben wir jeweils nach dem Auswurf der ers-ten Seite gemessen, die Zeit für den Erstdruck ist darin also nicht enthalten. Interessant: Sämtliche Modelle haben bei diesem Kriterium die Angaben der Hersteller erreicht oder sogar übertroffen. Dies gilt jedoch nicht für die Zeit, die für den Druck der ersten Seite benötigt wird – hier sind alle Modelle etwas langsamer als die Hersteller es angeben. Getestet haben wir übrigens über den USB-Anschluss.


Die Qualität wurde anhand der Ausdrucke von reinen Textdokumenten, Grafiken und schliesslich grossflächigen Fotos verglichen. Dabei spielten Farbverlaufsbalken, Siemenssterne, Grauflächen, Strahlenkränze und so weiter eine grosse Rolle – die Ausdrucke unterscheiden sich hier zum Teil deutlich.


In den Kategorien Benutzerfreundlichkeit und Ausstattung spielten derweil die Menüs an den Druckern selbst, die Bauweise, die Installation und Inbetriebnahme sowie die Ausbaufähigkeit, aber auch Faktoren wie die Lärm-emission der Geräte eine grosse Rolle.



Canon i-Sensys LBP7750Cdn

Das von Canon gelieferte Gerät ist gewissermassen der Rolls-Royce im Testfeld: Der LBP7750Cdn ist der grösste und mit einem Gewicht von 35 Kilo auch der schwerste der getesteten Printer. Er macht einen sehr stabilen Eindruck und bietet das höchste Druckvolumen. Preislich liegt er hinter dem Triumph-Adler-Gerät auf dem zweiten Platz, den er auch in der Gesamtwertung belegt.


Und er zeigt eine weitere Auffälligkeit: Im Gegensatz zu allen anderen Geräten läuft der Papierweg beim Canon in der Links-Rechts-Achse. Dies ist je nach Plazierungswunsch ein Vor- oder Nachteil – der Multifunktionseinzug, der zum Beispiel zur Verarbeitung von schwereren Materialien bis 176 Gramm pro Quadratmeter dient, lässt sich auf der rechten Seite des Gehäuses ausklappen. Der Drucker beansprucht in der Breite damit massiv mehr Platz als die übrigen Kandidaten. Dafür «hängt» vorne nichts heraus. Die Bauweise ermöglicht auch einen sehr unkomplizierten Tonerwechsel. Es genügt dazu, die Klappe auf der Vorderseite zu öffnen und die Tonerkartuschen herauszuziehen. Bei den anderen Geräten muss jeweils der gesamte Deckel geöffnet werden, der auch das Papierausgabefach enthält. Auch praktisch: Der Haupt-Netzschalter befindet sich nicht irgendwo seitlich oder gar hinten, sondern auf der Oberseite links neben Display und Bedientasten.

Mustergültig ist das grosse Display, auf dem beim Druck auch die Art des Dokuments und die Identifikation des absendenden Computers angezeigt werden. Der Status der Papiervorräte – der LBP75550 erlaubt neben der 250-Blatt-Standardkassette und dem Multifunktionseinzug eine zweite Kassette mit einer Kapazität von 500 Blatt – wird neben dem Hauptdisplay mit einer grafischen Symboldarstellung des Druckers anhand mehrerer LEDs visualisiert. Alles in allem überzeugt das Canon-Gerät von der Bedienerfreundlichkeit her am meisten.


Minim weniger erfreulich ist die Druckqualität, auch wenn diese bei allen getesteten Geräten durchaus als gut bezeichnet werden kann. Der Canon-Drucker zeigt bei der Darstellung von Grautönen durch Mischen verschiedener Tonerfarben einen deutlichen Braunstich, und bei feinen weissen Linien auf cyanfarbigem Hintergrund entsteht ein störendes Moiré-Muster.

 
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