Nachhaltig vs. kommerziell - ein Praxistest

Nachhaltig vs. kommerziell - ein Praxistest

Artikel erschienen in IT Magazine 2022/07

Fast, aber nicht ganz

Bei der Performance kann das Rephone nicht mit dem Reno8 Lite mithalten, verfügt Letzteres doch auf dem Papier über die leistungsstärkere Hardware. In einem Benchmark-Vergleich der beiden Prozessoren von «Nanoreview» schneidet der Qualcomm Snapdragon 695 des Reno8 Lite in sämtlichen Belangen deutlich besser ab als der Helio Mediatek G85 des Rephone – ein Overall Score von 51 zu 33 spricht eine deutliche Sprache. Weiter verfügt das Reno8 Lite mit 8 GB RAM über einen um 2 GB grösseren Arbeitsspeicher. Letztlich wirkt sich dies aber nicht allzu sehr auf die alltägliche Nutzung aus. Mag mobile Gaming oder ausgeprägtes Multitasking am Reno8 Lite etwas flüssiger ablaufen, so sind im Alltagsgebrauch kaum Unterschiede zu verzeichnen. Hier liefern beide Smartphones genügend Leistung für eine flüssige und benutzerfreundliche Bedienung.

Die leistungsstärkere Hardware des Reno8 Lite zeigt sich auch bei der Akkulebensdauer. Die Leistung des Akkus der beiden Modelle unterscheidet sich trotz gleicher Ausgangslage – beide haben eine 4500-mAh-Batterie verbaut – deutlich. Bei Dauerbelastung durch ein Video in Endlosschleife hält das Rephone nicht ganz 14 Stunden durch, während das Reno8 Lite an der 20-Stunden-Marke kratzt. Beide Smartphones halten bei alltäglichem Gebrauch jedoch problemlos zwei Tage durch. Wenn es ans Aufladen geht, hat das Reno8 Lite erneut die Nase vorn: In etwas mehr als einer Stunde ist der Akku wieder voll aufgeladen. Das Rephone benötigt hierfür an die drei bis vier Stunden, kann dafür aber kabellos aufgeladen werden.

Gut, aber gelb

Das Dual-Kamerasystem des Rephone ist nahtlos in die Rückseite eingefügt und sticht entgegen den Kameras des Reno8 Lite nicht wie Herdplatten aus dem Gehäuse heraus. Das Design gefällt, doch wie verhält es sich mit der Bildqualität?

Beide Smartphones verfügen über 64-MP-Haupt- und 16-MP-Frontkameras. Dennoch liefern die beiden Kamerasysteme unterschiedliche Qualität. Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera des Rephone auf den ersten Blick die besseren Bilder, die Kontraste sind stärker und mehr Details sind zu erkennen. Die Bilder des Reno8 Lite wirken dagegen verwaschen; Farben und Details wirken auf den ersten Blick verloren. Bei genauerem Hinschauen zeigt sich jedoch ein völlig anderes Bild: Zoomt man in das Bild hinein und vergleicht dann den Detailreichtum und die Farbqualität, wendet sich das Blatt – das Reno8 Lite schiesst nun die deutlich hochwertigeren Bilder. Ausserdem haben sämtliche Bilder des Rephone einen leichten Gelbton, was sich auch bei den Aufnahmen mit der Frontkamera zeigt, wo ansonsten zwischen den beiden Modellen keine qualitativen Unterschiede zu verzeichnen sind (Bild 1).

Letzterer Eindruck ergibt sich auch für Makroaufnahmen. Die 2-MP-Makro­kamera des Reno8 Lite schiesst schärfere Nahaufnahmen mit mehr Kontrast als die 64-MP-Hauptkamera des Rephone ‒ allerdings erst ab einer Mindestdistanz von 4 Zentimeter, darunter sind die Aufnahmen verschwommen (Bild 2).

Zu guter Letzt steht mit Nachtaufnahmen noch die Königsdisziplin an. Hier lässt sich ein klares Fazit ziehen: Die Kamera des Rephone unterliegt chancenlos – auch wegen des Gelbtons. Das Reno8 Lite liefert verhältnismässig scharfe, detaillierte und farbgetreue Nachtaufnahmen. Die Aufnahmen sind hell, weisse Farbe oder Beleuchtung stechen hervor und wirken naturgetreu (siehe Bilder). Die Bilder des Rephone sind deutlich dunkler und der Gelbton wirkt hier wie ein Filter, der das Bild noch unschärfer macht – wie ein Flimmern liegt er über dem Bild. (Bild 3).


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