SMG: Der neue Schweizer Marktplatzhirsch

SMG: Der neue Schweizer Marktplatzhirsch

Artikel erschienen in IT Magazine 2022/07
Da sprechen wir aber über den Werbemarkt als Ganzes, nicht über Marktplätze.
Online beobachten wir, dass die Werbeinvestitionen in Google und Facebook stetig wachsen. Weiter gibt es auch auf dem Schweizer Markt sowohl mehr Marktplätze wie auch neue Firmen, die im Werbemarkt aktiv sind. Ja, wir sind ein effizienter Werbepartner, das bedeutet aber nicht, dass wir keine Konkurrenz haben.

Im Werbebereich trifft das vielleicht zu. Im Bereich Marktplätze fällt mir aber kaum ein Marktteilnehmer neben der SMG ein.
Es gibt in jedem unserer Bereiche andere Plattformen. In der Sparte General Marketplaces – bei uns Ricardo, Tutti und Anibis – gibt es vor allem den Facebook Marketplace, der derzeit sehr schnell wächst. Mit der neuen Grösse können wir nun konkurrieren, denn Facebook Marketplace ist ein Mitbewerber mit enormen Ressourcen. Im Immo-Bereich gibt es etwa Newhome oder Comparis, letzteres zumindest aus Nutzersicht. Und im Automobilbereich gibt es hierzulande Autolina, und Google wird bald mit einem Marktplatz für Autos in der EU starten, der wohl auch in die Schweiz kommen wird. Dafür müssen wir bereit sein, was wir mit der SMG nun sind. Das ist letztlich auch wichtig für die Jobs in der Schweiz, die sonst ins Silicon Valley abwandern.

Auch nach Ihrer Erklärung fällt es mir schwer zu sehen, dass es hier keine Monopolbildung geben soll. Comparis als Vergleichsplattform und Autolina als kleiner Player sind streitbare Vergleiche. Aber die Meldepflicht bei der Weko ist eben umsatzabhängig und liegt bei 500 Millionen Franken Jahresumsatz. Geben Sie Ihre Umsatzziele bekannt?
Noch nicht. Da die TX Group börsennotiert ist und wir ein signifikanter Teil der Gruppe sind, haben wir aber sicher eine Kommunikationspflicht. Und ja, für die Weko sind wir zu klein.

…aber diese Grenze ist hierzulande extrem hoch angesetzt. Hätte man das melden müssen, wäre das wohl anders rausgekommen. Davon hat die SMG schon profitiert, oder?
Das bedeutet ja nicht, dass wir uns dessen nicht bewusst sind. Wir wollen einen guten Job machen und es gibt keine Firma, die erfolgreich ist – besonders, wenn sie an die Börse will – ohne Wert zu kreieren. Wenn die Kunden der Meinung sind, dass unsere Leistung den Preis nicht wert ist, den wir verlangen, werden wir darunter leiden. Das können wir uns nicht leisten. Unsere Philosophie ist, dass wir nur mehr verlangen werden, wenn wir entsprechenden Wert generieren.

In welcher Form können denn die Kunden und Nutzer vom neuen SMG-Konstrukt profitieren?
Erstens durch die Kapazität und die Möglichkeit, schnell auch andere Plattformen der SMG erreichen zu können. Unsere Kunden – also die Autohändler und Immobilienagenturen – können nun schneller und mit mehr Wirkung mit uns arbeiten. Auch wird es einfacher, etwa indem sie ihre Inserate nur einmal publizieren müssen und sie auf mehreren Plattformen aufgeschaltet werden. Die meisten der Kunden sind kleine Firmen, diese Effizienz ist wichtig für sie. Die Kunden wiederum profitieren von der schnelleren Innovation, die wir nun betreiben können.

Sie sprechen die Ressourcenteilung bereits an, was zur Frage führt, ob es Pläne gibt, die Marktplätze zusammenzulegen. Mehrere Plattformen mit identischer Funktionalität zu betreiben macht schliesslich wenig Sinn.
Technisch ist das korrekt. Im Hintergrund werden wir so viel wie möglich zusammen für mehrere Plattformen entwickeln. Aber eben nicht um jeden Preis! Es kann gut sein, dass wir uns dazu entscheiden, auf verschiedenen Plattformen bewusst verschiedene User Experiences zu haben.

Hand aufs Herz: Es gibt im Hintergrund wirklich keine Pläne, die Plattformen zu konsolidieren?
Stand heute: Nein. Wir glauben, dass unsere Marken einen grossen Wert haben und wollen sie behalten. Uns beschäftigt im Moment, sowohl für die Käufer wie auch die Verkäufer mehr Wirkung zu generieren. Unsere Kunden sollen etwa mehr verkaufen können und mehr Kontaktanfragen bekommen.

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