CIO-Interview: «Weil es gut für die Sache ist und nicht nur, weil es sich rechnet»

CIO-Interview: «Weil es gut für die Sache ist und nicht nur, weil es sich rechnet»

Artikel erschienen in IT Magazine 2022/07
Es ist auffällig, dass Sie damit eine sehr breite Palette ihrer IT selbst abdecken. Arbeiten Sie auch mit externen Dienstleistern zusammen?
Ja, wir haben zu fast allen strategisch wichtigen Themen einen Partner, mit dem wir zusammenarbeiten. Beispielsweise in den Bereichen Server und Storage, Netzwerk oder SAP haben wir jeweils einen Partner, welcher uns bei der Beschaffung und als Experte auf dem jeweiligen Gebiet beratend unterstützt. Unser Tätigkeitsfeld ist so breit, dass es im Prinzip unmöglich ist, alle notwendigen Ressourcen selbst im Haus zu haben. Das resultiert in rund 200 laufenden Verträgen mit Partnern. Aufgrund der Tatsache, dass wir ein öffentlich-rechtliches Institut sind, schreiben wir diese Aufträge jeweils öffentlich aus.

Wie ordnen Sie den offiziellen Beschaffungsprozess mit den WTO-Ausschreibungen ein? Ist das für Sie mühselig?
Ehrlich gesagt finde ich diesen Prozess gut. Man macht so eine richtige Evaluation und lässt den Markt spielen. Die Arbeit, die für öffentliche Ausschreibungen investiert wird, zahlt sich später in der Regel aus. Und kleinere Aufträge bis 150’000 Franken dürfen wir ja auch unkompliziert freihändig vergeben. Aber es ist schon aufwändig – wir haben in der IT eine 100-Prozent-Stelle, die sich nur um die Beschaffung und das Vertrags­management kümmert.

Wie viele Clients werden von Ihrem Team betreut?
Total rund 4500 Clients, zusammengesetzt aus den rund 3000 persönlichen Arbeitsplätzen der Mitarbeitenden und allgemeinen Arbeitsplätzen wie etwa in ­Bibliotheken, Labors oder Schulungsräumen sowie in Projekten. Unsere Studierenden arbeiten mit einem Bring-your-own-Device-Modell und beziehen von uns vor allem Software und einige Dienstleistungen. Die Geräte der Studierenden werden aber nicht von uns verwaltet. Übrigens bieten wir unsere Dienstleistungen sowohl für Windows wie auch für MacOS an.
Die Apple-Nutzer finden sich wohl vor allem in den musischen Studiengängen, oder?
Ja, vor allem die Studiengänge Musik sowie Gestaltung und Kunst sind sehr Apple-­lastig, aber auch in der Pädagogik und bei den Architekten gibt es viele, die Mac-orientiert sind.

Und die Mitarbeiter haben freie Wahl des Geräts und Betriebssystems?
Das hängt vom Bereich ab, in dem sie arbeiten und an welcher Hochschule innerhalb der FHNW sie sind. Aus Sicht der IT bieten wie aber beides an.

Gerade im Forschungsbereich ist Linux aber ebenfalls sehr relevant.
Richtig, aber hier unterstützen wir in der IT-Zentrale recht wenig. Die Leute, die in diesen Bereichen arbeiten und forschen, sind in aller Regel kompetent genug, um das selbst aufzusetzen und zu betreuen.

Ihre Umgebung besteht damit aus verschiedenen Geräten, Betriebssystemen und unterschiedlichsten Ansprüchen, was Rechte auf den Geräten betrifft. Das Thema Security wird damit enorm kompliziert. Wie handhaben Sie das?
Wir betreiben eine klassische Sicherheitsorganisation und arbeiten mit Netzwerksegmentierungen, Virenschutzsoftware, Mehrfaktorauthentifizierung und weiteren gängigen Security-Instrumenten. Aber wir gewähren den meisten Usern Adminrechte auf ihren Geräten. Und da sind wir wieder bei der anfangs angesprochenen Offenheit – die Leute sollen selbst installieren können, was sie benötigen. Aus Security-Sicht ist das natürlich nicht immer optimal…

…aber offenbar eine Notwendigkeit.
Ja, und dementsprechend pflegen wir weitere Massnahmen zur Erkennung von Angriffen und Gefahren.

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