Mitarbeiter aus der Ferne führen

Mitarbeiter aus der Ferne führen

5. Juni 2021 - Für viele erfahrene Führungskräfte ist das Führen auf Distanz noch recht neu. Deshalb bestehen bei ihnen oft Verhaltensunsicherheiten, die auch ihre Mitarbeiter spüren.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/06
Mitarbeiter und Teams virtuell beziehungsweise aus der Ferne führen und mit ihnen weitgehend online kommunizieren – vor dieser Herausforderung standen viele Führungskräfte im zurückliegenden Jahr coronabedingt erstmals. Inzwischen ist dies, da die Pandemie andauert, ein integraler Bestandteil ihrer Alltagsarbeit geworden. Die Führungskräfte haben also bereits eine gewisse Routine hierin entwickelt und sich sozusagen in dem neuen Normal eingerichtet. Dessen ungeachtet beobachtet man bei ihnen aber noch viele Unsicherheiten beim virtuellen Führen und Online-­Kommunizieren.

Diese resultieren zumeist daraus, dass die Führungskräfte in ihrem Arbeitsalltag selbst spüren:

- Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen muss ich mein Führungsverhalten teils neu justieren, wenn ich weiterhin die gewünschte Wirkung entfalten möchte. Und:

- Ich brauche zum Teil neue Kompetenzen – nicht nur im Digitalbereich beziehungsweise Umgang mit der modernen, digitalen Informations- und Kommunikationstechnik, sondern auch im Bereich Mitarbeiterkommunikation sowie Selbst- und Mitarbeiterführung.

Dies schlägt sich auch in einer erhöhten Coaching-Nachfrage von Führungskräften nieder, die bereits fünf, zehn oder gar 20 Jahre Führungserfahrung gesammelt haben, also eigentlich alte Hasen im Bereich Führung sind.

Nehme ich meine Funktion noch angemessen wahr?

In diesen Coachings geht es oft um operative Fragen wie:

- Wie locke ich bei Online-Meetings eher introvertierte Mitarbeiter aus der Reserve?

- Wie spreche ich beim Online-Kommunizieren heikle Themen an?

- Wie sorge ich beim virtuellen Führen dafür, dass die emotionale Beziehung zu meinen Mitarbeitern nicht abreisst?

- Worauf sollte ich achten, wenn ich online Feedbackgespräche führe?

- Wie führe ich meine Mitarbeiter virtuell so, dass dies ausser ihren persönlichen Bedürfnissen auch ihrem Reifegrad beziehungsweise Entwicklungsstand gerecht wird? Schliesslich gibt es in meinem Team neben Routiniers auch Anfänger beim Wahrnehmen der verschiedenen Aufgaben.

Eine weitere Frage, die vielen erfahrenen Führungskräften unter den Nägeln brennt, ist: Wie stelle ich beim virtuellen Führen beziehungsweise Führen auf ­Distanz sicher, dass mein Bereich seinen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leistet? Dahinter steckt oft eine diffuse Angst vor einem Kontrollverlust, auch wenn viele Führungskräfte dies nicht gern eingestehen – auch sich selbst. ­Dabei ist diese Angst nicht unbegründet. Denn die Leistung einer Führungskraft wird primär daran gemessen, welche Leistung ihr Team erbringt, auch wenn dieses weitgehend im Home Office ­arbeitet.

 
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