Start-up: Gethaip erweckt Oberflächen zum Leben

Start-up: Gethaip erweckt Oberflächen zum Leben

Artikel erschienen in IT Magazine 2021/05

Mit Gethaip eigenen Hype generieren

Um die Idee umzusetzen hat Niklas Jung im Dezember 2020 eine weitere Firma namens Haip gegründet. Wie der CEO erklärt, leitet sich der Firmenname vom englischen Wort Hype ab: «Bei uns kann jeder ganz einfach einen eigenen Hype erzeugen, und zwar mit einem Haip. Ein Haip ist ein Bild, das auf unserer Plattform hinterlegt wird. Sobald dieses Bild von der AR-App erkannt wird, wird es mit einem Video ersetzt und automatisch auf dem jeweiligen Objekt abgespielt (die Illustration in diesem Artikel ist ein solcher Haip). In unseren Testläufen haben wir festgestellt, dass unsere Technologie bei den Betrachtern einen Wow-Effekt auslöst. Im Gegensatz zu QR-Codes findet keine Weiterleitung auf eine Webseite statt, sondern das Video wird direkt auf dem Gegenstand eingebunden. Dies ermöglicht das Betrachten des Videos aus verschiedenen Winkeln und erzeugt die gewünschte Verschmelzung der digitalen mit der realen Welt.»

Gethaip ist aber nicht bloss AR-Spielerei, sondern richtet sich vornehmlich an Unternehmen, die ihre Zielgruppe mittels moderner Technologie erreichen möchten. «Während wir unseren Kunden mit Videodesign.com die Produktion von Videos anbieten, unterstützen wir sie mit Gethaip auch in der Distribution und Platzierung», freut sich Niklas Jung.

Dem Start-up spielt dabei in die Hände, dass moderne Smartphones über genügend Rechenleistung verfügen, um auch komplexere AR-Anwendungen stemmen zu können. «Unsere Lösung mit AR-Videos wirkt simpel, im Hintergrund ist unsere App jedoch sehr komplex: Alle visuellen Informationen der Smartphone-Kamera werden in Echtzeit analysiert. Sobald ein Haip erfolgreich erkannt wird und das Video platziert ist, werden weitere Faktoren interpoliert. Hierzu zählen die vorhandene Belichtung oder Reflektionen. Nur so kann ein realistischer Effekt gewährleistet und das Tracking von Objekten in Echtzeit ermöglicht werden. Eine gewisse Herausforderung für die Chips von Smartphones», gibt Jung zu bedenken.

Kurze Entwicklungszeit mit agilem Ansatz

Das Team hat deshalb verschiedene AR-Technologien geprüft, um Gethaip zu entwickeln. Glücklicherweise hat sich laut Jung auf diesem Gebiet in letzter Zeit einiges getan. Sowohl Google wie auch Apple investieren viel in die Entwicklung von AR-Applikationen und stellen ausgereifte Plattformen zur Verfügung. «Wir haben sorgfältig und intensiv evaluiert, wo die aktuellen Lösungen an ihre Grenzen stossen, um eine optimale Grundlage für die Entwicklung von spezifischen Funktionen zu erhalten», erklärt Jung.

Die Entwicklung von Gethaip ging zügig voran, denn für Jung stand jeweils ein agiler Ansatz im Vordergrund. Die Idee entstand im August 2020 und schon kurze Zeit später standen ein Prototyp sowie die Webseite für die App bereit. Die Beta-Phase erstreckte sich dann ins laufende Jahr hinein und bereits am 1. März 2021 ging die erste produktive Version von Gethaip live.

Den ersten Prototypen hat das Team zunächst an über 100 Personen getestet. «Selbstverständlich haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt, ob am Markt eine entsprechende Nachfrage vorhanden ist,», sagt Jung. Doch Gethaip stiess sofort auf grosses Interesse, nicht nur bei den bestehenden Kunden von Jungs anderem Unternehmen. Den Grund dafür glaubt der Gründer des Start-ups zu kennen: «Werbungen in Printmedien sind eine Black Box, was den Return-on-Investment anbelangt. Die Conversion-Rates von gedruckter Werbung sind nur begrenzt evaluierbar. Mit Gethaip bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, individuelle Verlinkungen zu verwenden, die auf spezifische Landing Pages oder eigene Produktseiten verweisen. So kann die Interaktion mit der Werbung transparent gemessen werden, während gleichzeitig das Branding als innovatives Unternehmen gestärkt wird.»

Die Berechnungen werden allesamt auf dem Endgerät des Nutzers durchgeführt. Die Videos hingegen liegen auf einem Server bei Google in Zürich und werden von dort in Echtzeit gestreamt. Die Ladezeiten liegen dabei im Hundertstelsekundenbereich. Die gesamte Nutzung der App findet anonym statt, denn gemäss Jung werden keine persönliche Nutzerdaten gesammelt.

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