Test Center – Acer ConecptD 3 Ezel Pro

Das Showpony-Notebook

Das Showpony-Notebook

(Quelle: Acer)
27. Februar 2021 - Das Display des Acer ConceptD 3 Ezel Pro kann in praktisch jede erdenkliche Position gebracht werden, was durchaus beeindruckend anzuschauen, aber letztlich wenig praktisch ist. Überzeugt hat dafür die Performance des Rechners.
Artikel erschienen in IT Magazine 2021/03
So wenig Display für so viel Rechner», das war unser erster Gedanke beim ebenso ersten Aufklappen des Acer ConceptD 3 Ezel Pro – des neuesten multifunktionalen Mobilrechners aus Acers Designer-Linie, mit der vor allem Kreative angesprochen werden sollen. Allerdings tut man dem 14-Zoll-Gerät mit diesem Gedanken ein wenig unrecht, denn es ist mit seinen 327 x 229 Millimetern kaum grös­ser als andere 14-Zoll-Notebooks am Markt. Der Eindruck entsteht wohl vor allem deshalb, weil es deutlich dicker ist als «reguläre» 14-Zöller – zumindest in der hinteren Hälfte mit 23,9 Millimeter (vorne 17,9 Millimeter). Ausserdem ist der ConceptD 3 Ezel Pro mit gemessenen 1,78 Kilo auch ein gutes Stück schwerer als die meisten aktuellen 14-Zoll-State-of-the-Art-Mobilrechner.

Das Gewicht und die zusätzlichen 5 Millimeter Dicke auf gut der Hälfte des Rechners sind seiner Funktionalität geschuldet – dem sogenannten Ezel-Scharnier und dem damit verbundenen ultraflexiblen Display. Dieses kann nämlich in praktisch jeder erdenklichen Art geschwenkt und angeordnet werden, sei es klassisch als Laptop, auf die Tastatur gelegt im Tablet-Modus, schwebend über der Tastatur, sodass man die Tasten trotzdem noch benutzen kann, aufgestellt zwischen Tastatur und Touchpad oder auch zum Gegenüber hin gedreht. Spannend sind die verschiedenen Nutzungsmodi in Verbindung mit dem Touchdisplay und vor allem mit dem mitgelieferten und ins Gehäuse integrierten Pen, dem Acer Active Stylus.
Gut gelöst ist die Integration des Stylus, der im Lieferumfang dabei ist und der mit seinen 4096 Druckstufen ein angenehmes Schreibgefühl auf dem ganz hervorragenden Display bietet. (Quelle: Acer)
Vortex Flow nennt Acer die Kühltechnologie mit Lüftungsschlitzen seitlich und hinten, die dafür sorgen soll, dass die Komponenten auch bei hoher Auslastung kühl bleiben. Das tun sie zwar, allerdings arbeiten die Lüfter teilweise unangenehm laut. (Quelle: Acer)
Sehr gut gefallen hat uns die Verarbeitung des ConceptD 3 Ezel Pro mit der bernsteinfarbenen Tastatur-Hintergrundbeleuchtung, dem grossen Touchpad und dem matten Display. (Quelle: Acer)
Acer ConceptD 3 Ezel Pro (Quelle: Acer)
Acer ConceptD 3 Ezel Pro (Quelle: Acer)
Acer ConceptD 3 Ezel Pro (Quelle: Acer)
Acer ConceptD 3 Ezel Pro (Quelle: Acer)
Acer ConceptD 3 Ezel Pro (Quelle: Acer)
PCMark 10 weist für den ConceptD 3 Ezel Pro einen Gesamtscore von 4906 Punkten aus, womit das Gerät ­leistungsmässig durchaus vorne mitspielt. Besonders gut ist die Leistung vor allem in der Disziplin Digital Content Creation, dort also, worauf es für die Zielgruppe (Kreative) ankommt. (Quelle: Acer)


Komplexes, aber wenig praktisches Displaykonzept

Der Acer Active Stylus ist druckempfindlich und unterscheidet zwischen 4096 Druckstufen. Ausserdem kommt er mit Buttons für die rechte Maustaste und fürs Löschen. Das Schreibgefühl mit dem Stylus ist ganz hervorragend, auch wenn er – wie Pens generell – etwas dünn und kurz geraten ist im Vergleich mit einem herkömmlichen Stift und deshalb nicht optimal in der Hand liegt. Allerdings macht sich gerade beim Skizzieren oder Notieren die Dicke des Geräts negativ bemerkbar. Legt man den Rechner nämlich flach auf sein Pult, um zu zeichnen, liegt die Arbeitsfläche rund 2,5 Zentimeter höher, als wenn man auf einem Blatt Papier (oder auf einem 6 Millimeter dünnen iPad Pro) arbeiten würde, was sich deutlich negativ bemerkbar macht. Stellt man das Display vor sich auf, fühlt man sich zwar ein wenig wie Picasso, aber wirklich komfortabel ist das auf längere Sicht auch nicht, weil der Arm so dauernd in der Luft ist. Und lässt man das Display schweben und arbeitet stehend, ist die Arbeitsfläche wiederum zu tief, weil man das Display maximal 14 Zentimeter über dem Pult schweben lassen kann, was in unserem Fall 5 bis 10 Zentimeter zu wenig waren, um komfortabel und rückenschonend zu arbeiten. Gefallen hat uns dafür die Möglichkeit, das Display auch im Laptop-Modus etwas höher positionieren zu können – gut 3 Zentimeter über der Tastatur, was irgendwie ergonomischer scheint.

Positiv ins Feld zu führen ist zudem, dass das Ezel-Scharnier so gebaut ist, dass das Display in fast jeder Position gut hält. Das hat zur Kehrseite, dass es dafür etwas schwerfällig zum auf-, aus- oder umklappen ist. Die Einschränkung «fast in jeder Position» machen wir darum, weil es beim Herumtragen des Geräts bei regulär geöffnetem Display öfters passiert ist, dass sich das Konstrukt komplett auf 180 Grad aufklappte, einfach weil das Scharnier das doch beachtliche Gewicht der ganzen Displaykonstruktion selbst bei den geringen Beschleunigungskräften, die beim Anheben des Geräts entstehen, nicht in Position halten konnte. Alles in allem ist die absolute Flexibilität des ConceptD-3-Ezel-Pro-Displays zwar beeindruckend, in der Praxis allerdings weniger praktisch, als man vielleicht meinen würde – hübsch anzuschauen, aber wenig Nutzen: ein Showpony halt.

Gefallen hat uns dafür das eigentliche Display, bei dem Acer damit wirbt, dass es Pantone-geprüft ist und mit 100 Prozent sRGB-Farbraumabdeckung aufwarten kann. Es ist zwar nicht ganz so hell wie dasjenige unseres regulären Arbeitsrechners – ein knapp dreijähriger Dell Latitude – und löst lediglich mit Full HD auf, aber die Farben wirken in der Tat sehr natürlich. Dank der Fertigung aus mattem Corning Gorilla Glass 5 werden aus­serdem Spiegelungen und Reflexionen auf ein Minimum reduziert, und nicht zuletzt bilden Display und Rahmen, der seitlich rund 0,7 Zentimeter breit ist, unten 1,9 und oben 1,1 Zentimeter, gemeinsam eine Fläche, was recht edel ausschaut.
 
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