Start-up Exeon: KI-gestützte Cyber Security aus der Schweiz

Start-up Exeon: KI-gestützte Cyber Security aus der Schweiz

Artikel erschienen in IT Magazine 2021/01

Fokus auf eigene Software

Gugelmann lernte während seiner Zeit an der ETH Zürich auch Markus Happe kennen, der heute die Rolle des Chief Technical Officers (CTO) übernimmt. Nachdem Gugelmann, basierend auf seiner Doktorarbeit und späterer Forschung im Bereich Machine Learning und Cybersecurity, im August 2016 das Start-up Exeon gründete, sind im Laufe der Zeit neben Happe noch weitere ehemalige Forschende und Studierende der ETH Zürich zum Start-up gestossen. «Ursprünglich arbeiteten wir primär direkt für Kunden und legten den Fokus noch nicht so stark auf eine eigene Software-Lösung», verrät Gugelmann. «So haben wir etwa verschiedene Beratungsprojekte implementiert. Zudem habe ich selber in der Vergangenheit auch teils Firmen auf deren Auftrag hin gehackt, um ihnen aufzuzeigen, wo sich in ihrem Netzwerk Schwachstellen verstecken. Dieses Hacker-Wissen hat natürlich bei der Entwicklung der Software sehr geholfen.»

Überrascht hat David Gugelmann, wie schwierig es insbesondere für grosse Firmen ist, die Aktivitäten von Geräten in ihrer eigenen IT-Infrastruktur zu verstehen. «Glücklicherweise konnten wir unsere Software so ausbauen, dass sie nun genau in diesem Bereich sehr stark ist», verrät der CEO. Die Software von Exeon kann Unternehmen also auch dabei helfen, ihre eigene Netzwerkinfrastruktur besser zu verstehen.

Die ersten 18 Monate wurde das Unternehmen noch allein durch Kundengelder finanziert. 2018 wurde dann eine erste Kapitalrunde abgeschlossen, um das Wachstum zu beschleunigen und um sich voll auf die Entwicklung der eigenen Software-Lösung konzentrieren zu können. Heute wird diese im Lizenzmodell angeboten. «Unsere Kunden bezahlen für die Anzahl analysierter Endpunkte und den Einbezug verschiedener Datenquellen», erklärt CEO Gugelmann.

Wachstum statt Gewinn

So befindet sich Exeon aktuell in einer starken Wachstumsphase. Heute zählen beispielsweise zwei der Top-5 Schweizer Banken – eine davon ist Postfinance – zu den Kunden von Exeon. Und auch im Logistik-Bereich scheint Exeon Erfolg zu haben, etwa mit dem Unternehmen Planzer Transport.

Damit einhergehend ist auch das Team auf mittlerweile rund 20 Mitarbeitende angewachsen, wobei sich die Zahl in den kommenden Monaten noch deutlich vergrössern dürfte, verrät Gugelmann weiter. Dabei sei es wichtig, einen guten Mix zu finden, wie er betont. Einerseits seien deshalb sicher auch Mitarbeitende mit Berufserfahrung wichtig für das Unternehmen, gerade weil es sich bei den Kunden oft um grössere Unternehmen handelt, aber eben auch frische Studienabgänger seien gefragt, da diese in der Lage sind, State-of-the-Art High-Tech-Produkte zu entwickeln.

Beim Umsatz bewegt sich das Start-up bereits heute im Millionenbereich. «Wir investieren unsere Einnahmen primär in die Vergrösserung unseres Teams, weshalb wir noch nicht profitabel sind», so Gugelmann zur Frage nach dem Gewinn.

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