CIO-Interview: «Für kleinere KMU herrscht ein Vakuum an pas­senden Lösungen»

CIO-Interview: «Für kleinere KMU herrscht ein Vakuum an pas­senden Lösungen»

Artikel erschienen in IT Magazine 2020/09
Was erhoffen Sie sich dadurch?
Zum einen sicher, dass wir weniger bezahlen. Und zum anderen steht die Performance, die wir brauchen, dann bereit, wann wir sie brauchen. Wir werden also flexibler und agiler.

Sie haben das anstehende ERP-Projekt bereits angesprochen. Gibt es weitere Projekte, die auf der Agenda stehen?
Im Moment arbeiten wir daran, unseren Kunden den Zugriff auf ihre Daten zu vereinfachen. Aktuell gibt es auf unserer Plattform keinen Login-Bereich, wo sich die Kunden einen Überblick über all ihre Produkte verschaffen können. Wir sind nun daran die Grundlagen zu schaffen, um diese Systeme zu verbinden, so dass unsere Kunden ihre Produkte über einen Login-Bereich selbst managen und beispielsweise auch Mauerbienen auf ein bestimmtes Datum selbst online abrufen können. Das tun wir nicht ganz uneigennützig, denn wir wollen damit auch unseren Kundendienst entlasten. Ein zweites spannendes Projekt dreht sich um die Analyse der Wildbienen-Häuschen. Heute ist für diese Analyse viel manuelle Arbeit nötig, was wir mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Image Recognition ändern wollen. Die Idee ist, dass wir die Beehomes nach ihrer Rückkehr fotografieren, um dann die Nistverschlüsse und damit die Art der Bienen mit Hilfe eines Algorithmus zu analysieren. Erste Erfolge können wir in diesem Projekt bereits vorweisen, der Algorithmus kann bereits unterscheiden, ob ein Nistplatz voll oder leer ist. Nun geht es darum, den Algorithmus weiter zu trainieren und zu verbessern.

Wie entwickelt man ein solches AI-Projekt? Wie geht man hier vor und holt sich das nötige Wissen?
Wir haben das Glück, dass sowohl unser Software-Architekt im Team als auch unser Entwickler in der Ukraine bereits Erfahrungen mit AI und Image Recognition gemacht haben. Das Grundlagenwissen ist also vorhanden. Wäre das nicht so gewesen, hätten wir einen externen Dienstleister suchen müssen.

Gibt es weitere Projekte, an denen Sie arbeiten?
Ja, ein weiteres Projekt betrifft die datengestützte Inkubation unserer Mauerbienen, die ich bereits angesprochen habe. Wir arbeiten daran, mit Hilfe von Wetterdaten von verschiedenen Orten Vorhersagen zu machen, wann welche Kultur blüht, um Software-gestützt rechtzeitig die richtige Anzahl Mauerbienen aufzuwecken.

Wie machen Sie das denn heute?
Grösstenteils machen das unsere Bee-Manager manuell. Das Datenmaterial ist zwar vorhanden, die Analyse der Daten aber respektive die Schätzungen auf Basis der Daten geschieht noch händisch.

Gibt es zukunftsgerichtet Projekte, die sich bereits abzeichnen?
Neben der ERP-Lösung werden wir über kurz oder lang auch unser Shopsystem neu evaluieren müssen. Aktuell setzen wir hier auf Peppershop – eine Schweizer Standardlösung, die wie Bexio stark auf die Schweiz ausgerichtet ist, etwa was die Anbindung von Logistiklösungen oder Payment-Serviceprovidern angeht. Hier müssen wir prüfen, ob es sich lohnt auf eine umfassendere, internationale Lösung zu migrieren, um so den internen Aufwand zu reduzieren. Das ist das Ziel eines jeden IT-Projekts – weniger Aufwand. IT muss uns helfen, zu skalieren, ohne dass wir die Zahl der Mitarbeiter unverhältnismässig aufstocken müssen. Denn wir wollen unsere Leute nicht für Aufgaben einsetzen, die ein System übernehmen kann. Sie sollen kreativ sein, in die Zukunft schauen, unser Business entwickeln.

Laufen das ERP- und Shop-Projekt Hand in Hand?
Nicht zwingend, man kann das eine ohne das andere ersetzen und dann Schnittstellen schaffen. Aber natürlich werden wir prüfen, ob eine gemeinsame Ablösung, falls diese denn nötig wird, Sinn macht.

Haben Sie bereits eine Vorstellung, auf welches System man setzen könnte?
Nein, es gibt noch nicht einmal eine Shortlist. Aber man kann von den üblichen Verdächtigen im ERP-Umfeld ausgehen – Sage, allenfalls auch SAP, falls SAP eine Lösung für unsere eher kleinen Dimensionen anbietet.


Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Was für Schuhe trug der gestiefelte Kater?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER