Start-up E-Mergency: Notfall- und Krisen­management via App

Start-up E-Mergency: Notfall- und Krisen­management via App

5. September 2020 - Im Ereignisfall sind rasches Handeln und ein kühler Kopf gefragt. E-Mergency hat eine Lösung entwickelt, die individuell anpassbare Handlungsanweisungen und Ereigniskommunika­tion über mehrere Kanäle in einer Smartphone-App vereint.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/09

Eine flexible Lösung für jedes Budget

E-Mergency ist nicht das erste Produkt seiner Art, am Markt gibt es bereits diverse Notfall- und Krisen-Tools, wie Nägeli sagt. Diese richten sich aber hauptsächlich an Enterprise-Kunden oder decken nur einen Teil der Features von E-Mergency ab. «Wir wollten mit unserer App eine ganzheitliche Lösung entwickeln, die sich auch kleinere und mittlere Unternehmen leisten können, mit der sie ihre Handbücher und Sicherheitskonzepte digitalisieren können, ohne tausende von Franken ausgeben zu müssen. Ein weiterer wichtiger Aspekt war, dass die Lösung möglichst vielfältig eingesetzt werden kann. Sie sollte also nicht branchenspezifisch sein. Auch sollte sie einfach zu nutzen sein, ohne allzu lange Schulungen vorauszusetzen», so Nägeli.

Deshalb stellt E-Mergency seinen Kunden initial 16 Good Practices für Notfall­szenarien zur Verfügung, die von Sicherheitsexperten ausgearbeitet wurden. Sie richten sich an die Ersthelfer, beispielsweise Mitarbeiter in einem Unternehmen, die als erste an eine Notfallsituation geraten und handeln müssen. «Die Kunden haben dann die Möglichkeit, diese Ereignissituation anzupassen und eigene Szenarien hinzuzufügen, aber auch einzelne Teile davon zu löschen, um ihr eigenes Notfallkonzept bestmöglich in der App abzubilden», erklärt Laura Nägeli.

Der zweite Bereich der App dreht sich um die Alarmierung und die Ereigniskommunikation. E-Mergency gibt dem internen Krisenteam eines Unternehmens die Möglichkeit an die Hand, die App in einer Ereignissituation als Kommunikations-Tool zu verwenden. «So kann beispielsweise über die App die gesamte Belegschaft über den Notfall informiert oder eine Evakuation angeordnet werden», so Nägeli. Dabei können in der App verschiedene Kanäle für die Verbreitung der Informationen gewählt werden, unter anderem SMS, Push-Nachrichten oder Sprachanrufe. So können beispielsweise auch Durchsagen gemacht oder Telefonanrufe an mehrere Geräte gleichzeitig getätigt werden.

«Die gesamte Lösung ist cloudbasiert», wie Andrin Spring betont. «Dennoch sind alle Handlungsanweisungen für einen Notfall selbstverständlich auch offline verfügbar, falls einmal das Mobilfunknetz nicht erreichbar oder das Internet ausgefallen ist.» Sind jedoch alle relevanten Kommunikationsstrukturen kompromittiert, sprich das Internet und der Mobilfunk, dann ist auch die Kommunikation über die App nicht mehr möglich, wie Spring zugibt: «Das ist allerdings ein Edge Case, der sehr schwer abzudecken ist. Auch deshalb, weil es kaum möglich ist, Zugang zu den Notfallfrequenzen zu erhalten, weil diese den Blaulichtorganisationen und den Behörden vorbehalten sind.» Darum betont Spring, dass es nach wie vor wichtig ist, neben der App auch alternative, redundante Sicherheitssysteme wie bauliche Massnahmen, Notfallzettel und dergleichen zu pflegen.

Darüber hinaus verfügt E-Mergency auch über die Möglichkeit der Anbindung an Drittlösungen. Und auch der Datenschutz ist laut Spring gewährleistet. Die Daten werden in einem ISO-27001-zertifizierten Rechenzentrum in der Schweiz gespeichert und die Applikation wird laufend den regulatorischen Anforderungen angepasst.

Mit Partnern zu einem Service-Portfolio

Nebst der App selbst bietet E-Mergency auch Dienstleistungen an, nämlich Beratung und Schulungen sowie Support für die Lösung, wenn ein Kunde diese nicht selbst verwalten will oder kann. «Unser Ziel ist es, ein Ökosystem zu kreieren, um den Kunden ein umfassendes Notfall- und Krisenmanagement anbieten zu können, und nicht nur die App an sich», erklärt Laura Nägeli. «Aktuell bauen wir zusammen mit Partnern eine produktbegleitende Service-Landschaft auf. Dabei arbeiten wir mit Experten zusammen, die beispielsweise auf die Beratung für die Entwicklung von Sicherheitskonzepten spezialisiert sind. Wir sehen uns als Tool-Provider, die für die technische Seite der Lösung zuständig sind, während wir für alle anderen Belange, die nicht zu unserem Kerngeschäft gehören, mit unseren Partnern zusammenarbeiten.»

Die Einführung in die Lösung mittels Schulungen übernimmt das Start-up selbst. Dabei sei man grundsätzlich bei den Kunden vor Ort, könne die Schulungen aber auch online abhalten, so Nägeli. Dies sei trotz der begrenzten Ressourcen möglich, weil die Implementierung der Lösung jeweils mehrere Wochen oder Monate in Anspruch nimmt, wodurch man genügend Zeit dafür habe. Die lange Implementierungszeit begründen Nägeli und Spring unter anderem damit, dass Sicherheitsthemen im Vergleich zur Aufrechterhaltung des operativen Kerngeschäftes für viele Unternehmen eine eher tiefe Priorität geniessen, weshalb es immer wieder zu Verzögerungen kommen könne. «Erst wenn Notsituationen auftreten, wie beispielsweise beim Ausbruch einer Epidemie, steigt jeweils das Bewusstsein für das Notfall- und Krisenmanagement. Viele Menschen und gerade auch Institutionen und Unternehmen beschäftigen sich dann vermehrt mit möglichen Notfallszenarien», so Spring.

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