Test Center – Surface Book 3

Durchschnitts-Notebook zum Premium-Preis

Durchschnitts-Notebook zum Premium-Preis

4. Juli 2020 - Mit seinen Surface-Geräten hat Microsoft einen ähnlichen «Haben wollen»- Effekt erzielt wie Apple mit seiner Hardware. Beim Surface Book 3 aber würde man sich ­sehnlichst ein aktualisiertes Design oder einen tieferen Preis wünschen.
Artikel erschienen in IT Magazine 2020/07

Durchschnittliche Performance und Akklaufzeit

Was beim Surface Book 3 gut gefällt, ist die Tastatur. Sie bietet einen festen, aber angenehmen Druckpunkt, wobei man sich zuerst ein wenig daran gewöhnen muss, dass die Tasten im Vergleich beispielsweise mit dem erwähnten, zuletzt von uns getesteten Asus-Notebook oder auch unserem Dell-Stammnotebook etwas grösser und die Abstände zwischen den Tasten etwas geringer sind. Bezüglich Anschlüsse bietet das Gerät zwei USB-A- (3.1 Gen2) und einen USB-C-Port (3.1 Gen2 mit USB Power Delivery) sowie einen SDXC-Kartenleser am Tastatur-Teil sowie eine Kopfhörerbuchse am Display. Anschlussvielfalt sähe anders aus, zumindest aber lassen sich über den USB-C-Port bis zu zwei externe 4K-Displays verbinden – Grafikpower dafür ist dank der Geforce GTX 1650 vorhanden.

Power ist ganz grundsätzlich nicht unbedingt das Problem des Surface Book 3 – das zeigen mit PCMark 10 gemachte Benchmarks. Das Gesamtrating des Surface Book 3 liegt bei 4025 Punkten. Damit ist der Rechner rund 400 Punkte vor dem Asus Expertbook, das wir im Vormonat getestet haben, und liegt laut Ergebnissen der Tech-Plattform «Anandtech» auf dem Niveau des Dell XPS 15 (Core i7- 7700HQ, UHD 620 plus GTX 1050, 16 GB, 512 GB SSD) und knapp hinter dem Surface Laptop 3 (Ryzen 7 3780U, Vega II, 16 GB, 512 GB SSD). Der Essentials-Score, wo unter anderem Anwendungsstarts, Videokonferenzen oder Web Browsing getestet wird, liegt allerdings «nur» bei 7652 Punkten und damit fast 1000 Punkte hinter dem Asus Expertbook sowie lediglich im Mittelfeld im Vergleich mit der Konkurrenz. Der Produktivitäts-Score von 6912 entspricht derweil demjenigen von Asus und befördert das Surface Book 3 ins vordere Drittel im Konkurrenzvergleich. Und beim Kriterium Digital Content Creation, wo Themen wie Foto- und Videobearbeitung oder Rendering getestet werden, liegt der Score mit 3338 Punkten mehr als 1000 Punkte vor dem (in dieser Disziplin schwachen) Asus Expertbook, was beim Vergleich mit der Konkurrenz aber nur für das Mittelfeld reicht. Alles in allem ist das Surface Book 3 ausgeglichen performant, aber kein Leistungsmonster.

Das gilt auch für die Akku-Lebensdauer, die ansprechend, aber nicht überdurchschnittlich ist. Beim Testlauf Modern Office von PCMark 10, mit dem der moderne Büroalltag inklusive gelegentlichen Videokonferenzen simuliert wird, kam das Surface Book 3 für 9 Stunden und 18 Minuten ohne Strom aus – das Expertbook von Asus schaffte hier 4 Stunden mehr. Bei der Videodauerwiedergabe mit angehängtem Tastaturdock hielt der Akku beinahe so lange wie bei der Büroarbeit, nämlich beachtliche 9 Stunden 6 Minuten oder rund 2,5 Stunden weniger als das Expertbook. Auf dem abgelösten Tablet mit seinem 18-Wh-Akku kann man derweil lediglich 2 Stunden und 7 Minuten Video schauen, was gerade mal für einen durchschnittlichen langen Film reicht. Im Idle-Modus schliesslich, mit dem die maximale Akku-Lebensdauer des eingeschalteten Geräts mit aktivem Display, aber weitgehend ohne Workload gemessen wird, schaltete der Rechner nach 11 Stunden 24 Minuten aus. Dazu noch ein letzter Vergleichswert unseres letzten Notebook-Tests: Der Akku des Asus Expertbook reichte im Idle-Modus für satte 20 Stunden.
Damit schliesst sich das Bild, dass sich während des gesamten Surface-Book-3-Tests gezeichnet hat – das Gerät ist durchaus solide, allerdings nirgends so herausragend, als dass sich eine Investition von 3000 Franken rechtfertigen würde.

Fazit

Microsoft verkauft mit seinen Surface-Geräten Premium-Produkte zu einem Premium-Preis. Auch das Surface Book 3 wirkt auf den ersten Blick sehr edel und ist mit der abnehmbaren Display-Einheit durchaus auch funktional. Doch schaut man etwas genauer hin, gibt es überall kleinere und grössere Makel. Warum ist der Displayrand noch immer so dick wie vor fünf Jahren? Warum der Lieferumfang so dünn? Warum ist der Screen nicht entspiegelt? Warum das Tastaturdock so dick und schwer? Warum hält der doch recht grosse Akku nur durchschnittlich lange? Für über 3000 Franken sollte man als Käufer keine Kompromisse eingehen müssen.

Features (Testkonfiguration)
Intel Core i7-i7-1065G7
Nvidia GeForce GTX 1650 (4 GB DDR5)
32 GB LPDDR4x RAM
512 GB PCIe SSD
13,5 Zoll Pixelsense 10-Punkt-Multitouchdisplay (3000x2000 Pixel; 3:2)
Akku 69 Wh (Tablet/Tastatur 18/51 Wh)
Gewicht 1650 Gramm (Tablet/Tastatur 720/930 Gramm); Dicke bis 23 Millimeter
Anschlüsse: 2x USB-A (3.2 Gen1), 1x USB-C (3.1 Gen2 inkl. Power Delivery), SDXC-Kartenleser, Kopfhöreranschluss
Windows 10 Pro

Positiv
+ Multifunktionales 2-in-1
+ Performance
+ Flüsterleise
+ robuste, kompakte, hochwertige Bauweise

Negativ
- hoher Preis
- magerer Lieferumfang
- relativ dick und schwer
- wirkt teilweise etwas unausgereift/angestaubt

Hersteller/Anbieter
Microsoft

Preis
ab Fr. 1899.–; Testkonfiguration Fr. 3099.–

Wertung
4 von 6 Sternen
Seite 2 von 2
 

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