Software-Entwicklung in der Schweiz

Software-Entwicklung in der Schweiz

Artikel erschienen in IT Magazine 2020/01

Shell ist am schnellsten

Was viele nicht wissen: Entwickler nutzen heute wieder viel mehr die Kommandozeile, sprich Shell. Dies vor allem, um Entwicklungsprozesse via Shell-Scripts zu automatisieren. Dementsprechend auch der erstaunlich hohe Anteil Script-schreibender Entwickler. Fast alle Sprachen liefern Kommandozeilen-Werkzeuge und kaum eine stellt grafische Oberflächen für Entwickler bereit – klicken ist einfach langsamer.

Unerwähnt blieb bisher die letzte Top-5-Sprache: Javascript. Einerseits handelt es sich dabei um eine Sprache, die verwendet werden muss, um in der heute führenden Web-Umgebung – dem Browser – Software bereitzustellen, andererseits ist es eine Sprache, deren Anhänger sie primär sowohl für Backend wie Frontend nutzen. Spannend ist, dass doppelt so viele Entwickler Javascript nutzen wie etwa C# oder Python.

Javascript wird, bis auf Java, fast doppelt so viel verwendet wie andere Sprachen und ist eine starke Kraft in der Schweiz wie auch international. Die nächsten Jahre werden zeigen, wie und wohin sich dies verschiebt. Obwohl erst 2012 entstanden, nimmt Typescript derweil bereits einen hohen Rang ein. Das könnte damit zusammenhängen, dass es als Ersatz respektive Ergänzung von Javascript fungiert. Wenn auch umstritten, so ist PHP ebenfalls weiterhin vorne dabei.

Neben Typescript rücken weitere Sprachen in ähnlicher Situation auf: So zum Beispiel Kotlin (Rang 14) als Java-Ersatz für Android-Entwicklung oder das als C++ oder C-Alternative entwickelte Go (Rang 15), auf dem Docker und Kubernetes basieren. Ebenfalls vertreten sind einige gern als auslaufend wahrgenommene Sprachen wie VBA, Perl, Cobol oder Delphi. Dazu kommen in der Schweiz beliebte Sprachen, die international kaum eine Rolle spielen, so etwa Haskell, F#, Delphi, Groovy, Matlab, Abap oder Cobol.

Starker Kontrast zwischen genutzten und gewünschten Sprachen

Welche Sprachen würde ein Entwickler gerne einsetzen, konnte es aber bisher nicht? Wiederum ein relevanter Punkt für Unternehmen, die Mitarbeitende suchen – Technology matters!

Hier gibt es einen starken Kontrast zu effektiv genutzten Sprachen: Doppelt so viele Entwickler wie heute effektiv Go einsetzen, würden die Sprache gerne nutzen. Bei Rust sind es sogar fast 10-mal so viele. Kommen diese Sprachen also für ein Produkt in Frage, könnte ihr Einsatz dabei helfen, lernwillige Entwickler anzuziehen.

Vergleicht man die Wunschliste mit der Top 10 der eingesetzten Sprachen, so wiederholen sich nur Python, Kotlin, Typescript, C++ und knapp Javascript. Dies ist gerade bei C++ spannend, ist es doch eine der älteren und gemäss ihrem Ruf schwer zu beherrschenden Sprachen.

Java zum Beispiel will aber kaum jemand neu lernen. Sie liegt auf dem 22. Platz – noch hinter HTML. Falls es tatsächlich Entwickler gibt, die noch nicht mit HTML arbeiten.

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Wieviele Zwerge traf Schneewittchen im Wald?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER