Das Jahrzehnt der Daten

Das Jahrzehnt der Daten

Artikel erschienen in IT Magazine 2019/12

High Performance Computing und AI

Garima Kochhar, Engineer im High Performance Computing Team, führt durch das HPC/AI Lab. Ihre Schilderungen sind nur über Headset vernehmbar, denn die vielen Server, die hier Reihe an Reihe stehen, produzieren einen tosenden Lärm. Und auch Abwärme – in der langen Halle ist es stickig heiss. Wie Kochhar erklärt, ist das Abführen dieser Verlustenergie eine der vielen Herausforderungen, die ihr Team beschäftigen. Ein Kollege der Ingenieurin zeigt eine Serverplatine, deren CPU mit Wasser gekühlt wird. Ein ganzes Rack ist mit solchen Einheiten ausgestattet. Hier werden die Vor- und Nachteile einer Flüssigkühlung untersucht. Laut Kochhar besteht einer der grössten Vorteile im Gegensatz zur Luftkühlung darin, dass die Server-Einheiten in kleineren Abständen zueinander in das Rack montiert werden können. Dies steigere die Effizienz der Server und spare ausserdem Platz.

Unweit von dieser Test-Station steht ein Cluster, der komplett mit CPUs von AMD ausgerüstet ist. Eine wichtige Aufgabe des Labs ist es nämlich auch, verschiedene Chips in Bezug auf ihre Rechenleistung zu untersuchen. So mag es kaum erstaunen, dass im Lab auch Server stehen, die für komplexe KI-Berechnungen ausschliesslich mit GPUs ausgestattet sind. Und nicht zuletzt werden auch verschiedene Storage-Systeme nebeneinander betrieben und miteinander verglichen.

Die meisten Server im Lab bearbeiten AI Workloads. Eingesetzt werde die künstliche Intelligenz unter anderem für die Erkennung von Objekten oder für Simulationen, so Kochhar. So könne beispielsweise ein Windkanal simuliert werden, in dem die Aerodynamik von Triebwerken oder Formel-1-Wagen getestet werden könne. Aber auch in der Krebsforschung kommt KI zum Einsatz. Hier geht es laut Kochhar darum, Studienresultate schneller auszuwerten. Was noch bis vor kurzem vier Wochen gedauert habe, schaffe die KI heute in vier Stunden. Ein Highlight des Labs ist ohne Zweifel Zenith. Dells Supercomputer mit 26’720 Cores steht auf der Liste der schnellsten Rechner der Welt aktuell auf Rang 483.

Rechen-Power für die Edge

Beim Edge Computing, also der dezentralen Datenverarbeitung am Rand eines Netzwerks, denken viele an mobile Endgeräte. Dass aber mitunter auch mobile Server und kleine, mobile Rechenzentren benötigt werden, um die anfallenden Daten zu verarbeiten, wird oft ausgeklammert. Das Edge Innovation Lab entwickelt seit mehreren Jahren Server und Rechenzentren, die in Aussenbereichen eingesetzt werden können. Hierfür bauen sie derzeit auf dem Gelände des Campus eine Testanlage, in der demnächst die neuesten Kreationen des Labs evaluiert werden sollen. Ingenieur Mark Bailey nennt als mögliche Einsatzgebiete für die modularen Server-Einheiten, die in speziell geschützten Stahlcontainern untergebracht sind und zu Rechenzentren zusammengeschlossen werden können, etwa Unternehmen, die zu wenig Platz für einen Server haben, oder Grossprojekte in entlegenen Gegenden.

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Aus welcher Stadt stammten die Bremer Stadtmusikanten?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER