CIO-Interview: "Ohne Stabilität gibt es keine Agilität"

CIO-Interview: "Ohne Stabilität gibt es keine Agilität"

9. November 2019 - Franz Bürgi gewann den diesjährigen Confare-Award als bester CIO der Schweiz, nicht zuletzt ­aufgrund der technologiegetriebenen Strategie von Tamedia. "Swiss IT Magazine" wollte wissen, was die IT des Medienhauses so aussergewöhnlich macht.
Artikel erschienen in IT Magazine 2019/11
Wenn wir von Druck sprechen – in der Medienbranche sind Sie mit aussergewöhnlichen Anforderungen konfrontiert. Themen wie sichere Kommunikation oder Quellenschutz ha­ben einen besonderen Stel­lenwert. Was sind im Medien-­Kontext die wichtigsten Themen, wo spüren Sie in diesen Bereichen den Druck?
Als Medienhaus sind wir geprägt von einer hohen Dynamik, die uns vom Markt aufgezwungen wird. Wir investieren substanziell in Cyber Security und haben mit der Verpflichtung von Andreas Schneider die Rolle des Chief Information Security Officer (CISO) für die Gruppe geschaffen, der hierarchisch auf meiner Stufe agiert und einer meiner engsten Arbeitskollegen ist. Das Thema Security ist herausfordernd – man kann eine Umgebung wie unsere nicht durch eine Mauer von aussen abschotten, die angesprochene Agilität muss stets gewährleistet sein.

Wie erreichen Sie diese Kombination aus Agilität und Sicherheit?
Wir verfolgen eine konsequente Cloud-­Strategie. Eine Cloud-Lösung ist aus meiner Sicht sicherer als das, was man selber betreibt, da diese Anbieter enorm viel in Security investieren. Schlussendlich gilt es noch, die Clients zu schützen und durch geeignete Lösungen zu überwachen. Wir betreiben auch die Sicherheit agil und treffen dort Massnahmen, wo es am wichtigsten ist. Damit fahren wir sehr gut.
Im Medienbereich betreibt Tamedia verschiedenste Publikationen. Wenn man diese genauer anschaut, hegt man den Verdacht, dass unterschiedliche Technologien dahinterstehen. Wie homogen ist die IT-Landschaft von Tamedia?
Die IT-Landschaft ist gemeinsam mit der Tamedia gewachsen und die teilweise unterschiedlichen Plattformen und Technologien sind dadurch entstanden. Eine Harmonisierung ist somit sicherlich eine unserer wichtigeren Aufgaben. Wir gehen dieses Thema in grossen Transformationsprojekten an, in denen gemeinsam mit dem Business ganze Bereiche harmonisiert werden. Hier gibt es verschiedene Beispiele, wie etwa die Migration auf eine übergreifende CRM-Lösung von Salesforce oder die Einführung von Workday im Bereich Corporate Services.

Gibt es auch eine Harmonisierung in der redaktionellen Arbeit?
Ja, das wichtigste Beispiel für die Harmonisierung, die Tamedia Editorial Cloud, bezieht sich auf die Arbeit in den Redaktionen. Wir hatten bisher mehrere, getrennte Systeme für die Zeitungsproduktion und das Content Management der Websites. In der Editorial Cloud sollen Journalistinnen und Journalisten alles finden, was sie für ihre Arbeit brauchen. Natürlich bleiben die Front-Ends unterschiedlich, aber die Inhaltserstellung soll aus einem Editor erfolgen. Der Aufbau der Editorial Cloud ist ein Grossprojekt, das sich in fortgeschrittener Umsetzung befindet. Seit Juli 2018 haben wir die Produktion aller Deutschschweizer ­Tageszeitungen der Tamedia auf diese Plattform migriert, derzeit holen wir die Zeitungen in der Romandie dazu. In einem nächsten Schritt folgen die Online-­Medien sowie weitere Publikationen.

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