Start-up Codit.co

Umfragenanalyse mit Codit.co

Umfragenanalyse mit Codit.co

Artikel erschienen in IT Magazine 2018/11

Die KI liest mit

Im Oktober letzten Jahres haben die beiden Gründer mit der Entwicklung eines ersten Prototyps von Codit.co begonnen, und bereits im Dezember konnten ausgewählte Unternehmen mit einer Testversion arbeiten. Im Februar dieses Jahres ging schliesslich die erste Iteration der Lösung online und heute ist Codit.co bereits ein fertiges Produkt, das auch schon einige Kunden von sich überzeugen konnte. "Zu unserem Kundenstamm zählen unter anderem mehrere Marktforschungsinstitute, aber auch Telekommunikationsanbieter. Diese haben die Antworten auf offene Fragen in ihren Umfragen bis anhin meist von Hand in Excel kategorisiert beziehungsweise codiert und ausgewertet. Andere haben die Codierung bis vor wenigen Jahren sogar noch handschriftlich vorgenommen. Mit unserer Lösung ist der Prozess ähnlich wie bis anhin, aber sie nutzen dafür unsere Web App, die durch ein intuitives User Interface und verschiedene Features wie einer automatischen Übersetzung die Arbeit erleichtert", sagt Pascal de Buren.

Der Clou sei aber die künstliche Intelligenz, die im Hintergrund aus den Eingaben lerne, dadurch immer besser werde und die Codierung dann auch weitgehend selbst vornehmen könne, erklärt de Buren weiter. Die Nutzer müssten dann nur noch die wenigen unklaren Codierungen von Hand validieren, welche von der KI nicht genau genug erkannt wurden, wodurch der Aufwand letzten Endes viel geringer sei als mit herkömmlichen Methoden. Und Maurice Gonzenbach ergänzt: "Unsere Lösung kann mehr, als nur einzelne Wörter zu erkennen. Sie kann auch verstehen, wenn unterschiedliche Ausdrücke eine ähnliche Bedeutung haben. So erkennt der Algorithmus zum Beispiel, dass ‹das Personal war unfreundlich› und ‹das Personal war nicht sehr zuvorkommend› inhaltlich das Gleiche meinen."
Die Grundidee von Codit.co sei Augmented Intelligence, führt Gonzenbach weiter aus. Der Begriff beschreibe die Funktionsweise der Software gut, denn die künstliche Intelligenz unterstütze den Menschen bei seiner Arbeit und ­mache ihn dadurch effizienter. Dabei gebe es hauptsächlich zwei Probleme zu lösen: Zum einen die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, damit sichergestellt sei, dass beide Seiten die gleiche Sprache sprechen, und zum anderen der technische Aspekt der Lösung, also dass der eingesetzte Algorithmus sinnvolle Vorhersagen machen könne: "Der Algorithmus funktioniert mit von Menschen vorgegebenen Beispielen, analysiert sie und versucht sie zu verstehen. Dabei kommt ein generalisiertes Wortmodell zum Einsatz, das rund zwei Millionen Wörter umfasst und deren Bedeutung der Algorithmus in sehr abstrakter Form als Vektor speichert. Das Modell beinhaltet dann Relationen zwischen den verschiedenen Wörtern. So weiss der Algorithmus beispielsweise, dass die Wörter ‘Mann’ und ‘Frau’ in Beziehung zueinander stehen, und dass dieses Verhältnis mathematisch ähnlich ist wie bei den Wörtern ‘König’ und ‘Königin’. Der Algorithmus wurde mit einer grossen Menge an Informationen vortrainiert und lernt dann die Feinjustierung, also den Kontext der jeweiligen Umfrage, anhand der Beispiele des Nutzers." Wichtig sei, so Gonzenbach, dass der Algorithmus schon mit einer relativ kleinen Datenmenge umzugehen lerne, um nicht auf riesige Datensätze angewiesen zu sein. Daran arbeite man gegenwärtig und sei auf gutem Wege, die Performance weiter zu verbessern.

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