Coaching im digitalen Zeitalter

Coaching im digitalen Zeitalter

Artikel erschienen in IT Magazine 2018/07

Nachteile des klassischen Coachings

Das klassische Coaching hat jedoch auch Nachteile. Es vergeht zum Beispiel nach einer Coaching-Sitzung stets eine mehr oder minder lange Zeit, bis Coach und Coachee sich erneut treffen. Treten in dieser Zeit Fragen auf, steht der Coach oft nicht zeitnah zur Verfügung. Der Coachee muss häufig bis zum nächsten Termin warten, bis er seine Fragen stellen kann – sofern er sie bis dahin nicht vergessen hat. Deshalb ist es sinnvoll, über Alternativen oder Ergänzungen zum klassischen Coaching nachzudenken.

Zudem haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Heute ist der Faktor Zeit oft der zentrale Engpassfaktor beim Coachen – nicht nur auf Seiten des Coachees, der häufig einen engen Terminkalender hat und eine schnelle Lösung wünscht. Auch beim Coach ist der Terminkalender meist der zentrale Engpass, wenn es darum geht, wie viele Coachees er begleiten und unterstützen kann.

Mangelnde Begleitung zwischen Coaching-Sitzungen

Ausserdem hat sich die Lebens- und Arbeitswelt der Coachees verändert. Die Bereiche Arbeit und Freizeit verschmelzen bei beruflich stark engagierten Personen immer mehr. Und der zunehmende Zeitdruck macht es für die Coaches und Coachees immer schwieriger, einen Termin zu finden. Die Coachees haben zudem zwischen den Coaching-Sitzungen seltener die erforderliche Musse und Zeit, um das beim Coaching Besprochene nochmals zu reflektieren. Die Folge: Das in den Sitzungen Besprochene "verpufft" häufig – sofern zwischenzeitlich keine Begleitung erfolgt. Und weil sich viele Menschen und somit auch Coachees zunehmend "ausgelaugt" fühlen, erfahren sie die Coaching-Termine oft eher als ­Zusatz-Belastung denn als hilfreiche Unterstützung.

Die modernen Medien für das Coaching nutzen

Deshalb stellen sich die Fragen:
• Sind heute andere Coaching-Settings sinnvoll als in der Vergangenheit? Und:
• Empfiehlt es sich, verstärkt auf Coaching-Designs zu setzen, die Präsenz-Coachings mit Coaching-Formaten verknüpfen, bei denen der Coach und der Coachee mittels der elektronischen Medien miteinander kommunizieren – wie dies im Weiterbildungsbereich bei den Blended-Learning-Konzepten bereits geschieht?

Für solche Designs stellt die moderne Kommunikationstechnologie den Coaches viele Tools bereit.

E-Mail-Coaching
Diese Form der Kommunikation praktizieren schon viele Coaches. Das heisst, sie stellen den Coachees zwischen den Coaching-Sitzungen zum Beispiel per Mail den Transfer sichernde Aufgaben und beantworten Fragen, die beim Coachee auftauchen.
Vorteile:
• sorgt dafür, dass das Coaching-Anliegen zwischen den Treffen nicht in Vergessenheit gerät
• Fragen können zeitnah beantwortet werden
Nachteile:
• Coach und Coachee sehen und hören sich hierbei nicht
• schriftliche Kommunikation erschwert Wahrnehmung inner-persönlicher Prozesse beim Coachee; Fehlinterpretationen sind leicht möglich
• ein echter Dialog findet anders als beim persönlichen Coaching nicht statt

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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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