Interview: "Immer mehr Schweizer KMU setzen darauf, sich zu transformieren"

Interview: "Immer mehr Schweizer KMU setzen darauf, sich zu transformieren"

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/11
Intakte Handelsbeziehungen sind der Schlüssel für den weiteren Erfolg des Exportlands Schweiz. In welche Länder und Märkte sollte die Schweiz investieren? Und in welche Schweizer KMU? In welche Branchen investieren ausländische Investoren speziell?
Wir argumentieren seit Jahren für eine stärkere Diversifizierung der Schweizer Auslandsaktivitäten. Noch immer gehen über 50 Prozent unserer Exporte in die EU. Die EU wird auch immer extrem wichtig bleiben als Handelspartner, schliesslich haben wir hier einige der grössten Volkswirtschaften der Welt direkt vor unserer Haustür. Doch in Asien entstehen gerade neue Schwergewichte. Wir haben zum Beispiel gerade in diesem Sommer in Indonesien einen neuen Swiss Business Hub eröffnet – eine von 22 Aussenstellen, die jeweils bei den Schweizer Botschaften angesiedelt sind, um auch KMU dabei zu helfen, diesen komplexen Markt zu erschliessen und sich frühzeitig zu positionieren. Schon 2030 werden in Asien zwei Drittel des weltweiten Mittelschicht-Konsums getätigt werden.

Wie wichtig sind Digitalisierungs-Hypes wie "Data Monetization", "Big Data", "AI", "autonome Systeme" oder "FinTech / RegTech" für Exporteure, um international wettbewerbsfähig zu bleiben?
Das ist schwer abschätzbar. Man muss, mindestens was die Information anbelangt, dranbleiben, damit man rechtzeitig aufsteigen kann, falls sich einer dieser Hypes nachhaltig durchsetzen sollte. Mindestens AI ist von mir aus gesehen ein Thema, das uns in der Zukunft noch stark beschäftigen und viele Innovationen befeuern wird. Aber eben – Technologie darf nicht zum Selbstzweck werden. Wir müssen sorgsam prüfen, wie wir sie in Hinblick auf Produkt- oder Geschäftsmodellinnovation einsetzen können.

Daniel Küng

(Quelle: SwissICT)
Daniel Küng leitet seit 2004 als CEO die Geschicke von Switzerland Global Enterprise (S-GE, ehemals Osec). Nach Abschluss seines Studiums an der HSG St. Gallen war Küng ab 1980 für zwei Jahre bei der Mercedes-Benz do Brasil in São Paulo tätig. 1982 gründete und führte er eigene Firmen in Brasilien und Portugal, spezialisiert auf Beratung, grenzüberschreitendes Geschäft und Unternehmensansiedlungen aus dem Ausland. Küng engagierte sich in diversen Handelskammerorganisationen und präsidierte die Portugiesisch-Schweizerische Handelskammer. Er sitzt im Vorstand von digitalswitzerland und in Beratergremien internationaler Organisationen.
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