Das «Dörfi au mal»-Elektro-Einrad

Das «Dörfi au mal»-Elektro-Einrad

Artikel erschienen in IT Magazine 2015/04

«Dörfi au mal»

Als Besitzer eines Airwheels zieht man nicht nur die eingangs erwähnten neidischen Blicke auf sich, sondern wird des Öfteren auch mit der «Döfi au mal probiere»-Frage konfrontiert – was uns für diesen Test nur recht war. So haben wir Probanden gesehen, die aufgestiegen und losgefahren sind, genauso wie solche, bei denen man nach 15 Minuten froh sein konnte, dass an ihnen (oder am Gefährt) noch nichts kaputt gegangen ist – ganz ungefährlich ist der Spass nämlich nicht und empfohlen wir zu Beginn das Tragen eines Helms sowie von Schonern. Aber: Wer etwas Gleichgewichtssinn hat und sich zum Start an einer Hauswand oder einem Freund abstützt, fährt schon nach wenigen Minuten flott geradeaus und macht bald schon seine ersten, wackeligen Kurven.
Nach einer Stunde Airwheel-Testen ist man schon recht rassig und einigermassen sicher unterwegs, und nach einer Testwoche fährt man problemlos auf dem Airwheel aus dem Haus auf den Zug und vom Bahnhof zum Arbeitsplatz – zusammen mit allen anderen Pendlern, einfach schneller und aufsehenerregender.

11,5-Kilo-Spassmacher

Leistungsmässig ist das Airwheel Q5 ziemlich beein­druckend. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 18 Stundenkilometer, wobei das Q5 ab 12 km/h mit einem ziemlich nervigen Pfeiffton warnt und sich zudem zur Sicherheit selbst aufrichtet, was sich für den Fahrer ziemlich merkwürdig anfühlt. Der starke 800-Watt-Elektromotor schafft Steigungen von bis zu 15 Grad problemlos. Allerdings fühlen sich Steigungen und vor allem Gefälle zu Beginn ebenfalls merkwürdig an. Der Akku soll je nach Gelände für eine Distanz von über 20 Kilometer halten, die Ladezeit wird mit maximal zwei Stunden angegeben.
Bei all dem Spass, den das Gefährt macht – und Spass macht es eine Menge –, haben wir doch auch ein paar kleine Schwächen gefunden. Mit 11,5 Kilo ist das Airwheel recht schwer – der Akku lässt grüssen. Der Verschluss der Ladebuchse hält ausserdem nicht richtig, und man wünschte sich mehr als vier LEDs zur Anzeige der Akkukapazität.
Und natürlich ist das Topmodell Airwheel Q5 mit knapp 1500 Franken nicht ganz billig. Aber: Zum einen gibt es auch deutlich günstigere Airwheel-Versionen (kleinerer Akku, schwächerer Motor, längere Reaktionszeiten), zum anderen sind die 1500 Franken für ein Q5 immer noch ein Schnäppchen im Vergleich zum Preis eines Segway, der gut und gerne gegen 10’000 Franken kosten kann.
(mw)
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