Schweizer Fibus aus der Wolke

Schweizer Fibus aus der Wolke

Artikel erschienen in IT Magazine 2014/10

Miteinander statt Verdrängung

Ob Cloud-basierte Lösungen wie die 18 Finanzbuchhaltungslösungen, die wir in der nachfolgenden Marktübersicht präsentieren, dereinst klassische On-Premise-­Installationen gänzlich ablösen werden, ist allerdings fraglich. Bei den einschlägigen Anbietern herrscht zu diesem Thema jedenfalls Uneinigkeit: Während Stef Brunner, Marketing Manager bei Easysys überzeugt ist, dass On-Premise-­Anwendungen «eher früher als später» verdrängt werden, sieht Proffix-Mann Peter Herger eher «ein Miteinander der beiden Konzepte». Ebenso urteilt Reststep-Geschäftsführer Andreas Schmid, der von einem «Miteinander für noch sehr viele weitere Jahre» ausgeht. Am überzeugendsten äussert sich hierzu Jean-Jacques Suter, CEO von Sage Schweiz: «Die Online-Angebote werden die installierten Lösungen ebenso wenig verdrängen, wie die EDV das papierlose Büro gebracht hat.»
Entsprechend wird ein Umstieg auf eine Cloud-basierte Lösung denn auch nicht in jedem Fall empfohlen. Dabei sind die Gründe, welche für eine Vor-Ort-­Installation sprechen, vielfältig. Laut ­Sascha Maurer, Geschäftsleitungsmitglied bei Comatic, ist «grösseren Unternehmen mit heiklen Daten, bei denen die Daten­sicherheit und die ständige Verfügbarkeit eine zentrale Rolle spielen, eher von SaaS-Lösungen abzuraten».
Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang offenbar auch die bereits getätigten Installationen. Europa­3000-Verkaufsleiter Dominic Achermann würde etwa Unternehmen von einer Online-Fibu abraten, «die vor kurzem in eine neue Hardware-Infrastruktur investiert haben».
Für Vemag-Geschäftsführer Edgar Koller ist zudem auch die Performance ein Argument für eine Vor-Ort-Installation: «Bei Unternehmen mit einer kompletten ERP-Lösung ist ab einer gewissen Anzahl User eine Inouse-Lösung immer performanter.» Ec3m-Geschäftsführer Christian Menz führt weiter auch die Komplexität der Geschäftsprozesse ins Feld: «Grossbetriebe, die sehr komplexe und individuelle Prozesse abbilden müssen, werden mit einer meist für die breitere Masse konzipierten Softwarelösung nicht glücklich.» Ähnlich urteilt auch Thomas Köberl von Abacus: «Je mehr Programme unterschiedlicher Anbieter mit Schnittstellen zueinander bei einem KMU zum Einsatz kommen sollen, umso eher wird eine im Unternehmen selbst betriebene Lösung in Frage kommen.»

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