Niklaus meint: Sind Open Sourcler bessere Menschen?

Niklaus meint: Sind Open Sourcler bessere Menschen?

Artikel erschienen in IT Magazine 2014/01
Open Source ist auch geeignet, um geliebten Konkurrenten eines auszuwischen. Scott McNealy von der ehemaligen Firma Sun pflegte mit Genuss seine Rivalität mit Bill Gates. Es war McNealy wohl eine besondere Freude, als er die Firma Staroffice kaufte, machte er doch daraus kurzerhand Open Office, welches in erster Linie das Ziel hatte, Microsofts Dominanz im Office-Geschäft zu brechen – oder zumindest die Einnahmen zu schmälern. Auch IBM, HP & Co. taten sich zusammen und investierten Milliarden, um aus dem Studentenbetriebssystem Linux eine echte Alternative zu Microsofts Windows zu bauen. Ja selbst Google konfigurierte ein Linux um, um sich von Apple mit dem eigenen Betriebssystem Android unabhängig zu machen und per Werbung Geld zu verdienen.
Open Source ist heute fester Bestandteil einer jeden Softwarestrategie. Die gemeinsame Nutzung von Code hat riesige Vorteile, und zu wissen, etwas beigesteuert zu haben, kann tatsächlich eine innere Befriedigung bringen. Gleichzeitig will ich aber festhalten, dass viele Entwickler, unabhängig davon ob sie an Closed oder Open Source arbeiten, mit derselben Leidenschaft ent­wickeln, wenn sie an ihr Programm glauben. Nur eleganten Code zu schreiben ist noch lange keine Auszeichnung, wenn daraus kein Kundennutzen entsteht – das ist bei Open wie bei Closed Source so.
Welches sind nun die besseren Menschen? Die Diskussion wird bestimmt eine Weile dauern. Noch fühlen sich viele Open Sourcler überlegen. Aber Achtung: selbst bei den Open Sourclern gibt es Veganer. Das sind jene, die darauf bestehen, dass die Software auch noch frei sein muss. Also Copyleft, frei für jegliche Nutzung, zum Kopieren, Verteilen und Verändern.
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