Kinect fürs Büro und gefühlvolle Muskelpakete

Kinect fürs Büro und gefühlvolle Muskelpakete

Artikel erschienen in IT Magazine 2013/10

Nichts geht ohne Apps

Wie in aller Welt soll es ein nicht einmal 80 Franken teures Gerät, das kaum grösser als ein Feuerzeug ist, ermöglichen, wie Tom Cruise im Film Minority Report zu arbeiten? Die Skepsis in der Redaktion war vor dem Test ziemlich gross – und nicht ganz unberechtigt, wie sich herausstellen sollte. Aber der Reihe nach. Der schicke Leap Motion Controller, der vom Design her glatt von Apple stammen könnte, ist einfach in Betrieb genommen. Das Gerät wird via eines der beiden mitgelieferten USB-Kabel an den PC angeschlossen, gleichzeitig lädt man sich auf der Website des Herstellers die passende Software herunter und installiert sie. Dabei wird man auch aufgefordert, sich die neuesten Treiber für seine Grafikkarte herunterzuladen – in unserem Fall leider zu unrecht.
Nun wird es etwas komplizierter, denn wer gedacht hat, er könne jetzt ganz einfach mit dem Herumfuchteln beginnen, liegt falsch. Der Controller funktioniert nämlich nur mit entsprechenden Apps, die im sogenannten Airspace Store gekauft beziehungsweise kostenlos heruntergeladen werden können. Ein paar sind bereits vorinstalliert und nach einer kurzen Kalibrierung des Geräts kann man so bereits etwas herumspielen. Dabei zeigt sich schnell: Es braucht viel, viel Übung und im wahrsten Sinne des Wortes Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand. Feine und vorsichtige Bewegungen sind gefragt, denn jeder einzelne Finger wird erkannt und zu schnelle und zu grosse Bewegungen führen ins Nichts. Damit kann der Controller nicht umgehen, obwohl er für seine kompakte Grösse doch erstaunlich schnell und genau ist.

Windows 8 mit Bewegungen steuern

Die vorinstallierten Programme sind rasch einmal langweilig und man wechselt schon nach ein paar Minuten in den Airspace Store, um zu sehen, was mit dem Leap Motion Controller sonst noch möglich ist. Neben vielen Spielen wie Cut the Rope und anderen Programmen, wie beispielsweise einer speziellen Ausgabe der «New York Times», findet man dort auch Apps, um das Betriebssystem bedienen zu können. Genau das, wonach man doch gesucht hat.
Touchless for Windows heisst eines davon. Also nichts wie herunterladen, installieren und los geht’s – zumindest fast. Erst müssen auf dem Rechner nämlich noch ein paar Plug-ins installiert werden. Dann gibt es ein Tutorial, in dem einem erklärt wird, wie man seine Hände und Finger bewegen muss, um dies oder das zu bewerkstelligen. In der Theorie sind die Bewegungen zum Zoomen, Scrollen oder Tippen einfach und einleuchtend, aber in der Praxis ist hartes Training angesagt – und zwar nicht nur, um die zum Teil sehr feinen und dreidimensionalen Fingerbewegungen einzustudieren und darauf zu achten, was die gerade nicht benötigten Körperteile machen, sondern auch um seine Armmuskulatur zu stärken. Das Arbeiten mit Leap Motion geht nämlich ganz schnell ganz schön in die Arme.


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