Home Office: Fluch oder Segen?

Home Office: Fluch oder Segen?

Artikel erschienen in IT Magazine 2013/05

Vertrauen versus Kontrolle


In der Diskussion um Home Office tauchen auch immer wieder Fragen rund um die beiden Begriffe Vertrauen und Kontrolle auf. Wie viel Vertrauen gegenüber meinen Mitarbeitern braucht es? Und ab wann ist Kontrolle notwendig und gerechtfertigt? So individuell wie die einzelnen Arbeitsaufgaben, so individuell sind die Charaktere von Mitarbeitern und damit einhergehend deren Arbeitspräferenzen. Auch wenn unterschiedliche Vorstellungen darüber existieren, wie viel Vertrauen es braucht und wie viel Kontrolle notwendig ist, gilt in der Regel: Je mehr sich Personen kontrolliert und überwacht fühlen, desto unselbständiger agieren sie oder übernehmen Verantwortung für ihre Handlung. Wird den Mitarbeitern mehr Freiraum eingeräumt, ihren Arbeitsalltag zu gestalten, fühlen sie sich als wichtiges Glied im gesamten Arbeitsprozess und übernehmen automatisch mehr Selbstverantwortung – denn ihre Arbeit ist bedeutend und wird geschätzt. Diese Freiräume schliessen aber gleichzeitig nicht aus, dass trotzdem auch kontrolliert werden darf und sogar muss. Solche Kontrollen können beispielsweise regelmässige Austauschtreffen sein, an welchen der aktuelle Stand besprochen und die nächsten Schritte definiert werden. So wird schnell klar, wie der Mitarbeiter voran kommt, wie er mit dem Freiraum umgeht und wie sich das mobile Büro auf die Effizienz auswirkt.

Sozialer Austausch


Home Office hat aber nicht nur zum Ziel, die Effizienz der Mitarbeiter zu erhöhen, sondern gleichzeitig auch ihre Motivation und Zufriedenheit. Denn Home Office ermöglicht vielen Mitarbeitern durch wegfallende Reisezeiten eine bessere Work-Life-Balance, getreu dem Motto: Erhalten wir mehr Zeit für Freizeit, Familie und Freunde, sind wir zufriedener und somit auch motivierter für unsere Arbeit. Motivierter wird man aber zwangsläufig nicht nur dann, wenn man alleine zu Hause oder unterwegs seinen beruflichen Tätigkeiten nachgeht, sondern wenn man sich an der Arbeitsstelle wohlfühlt und im Austausch mit Kollegen Ideen bespricht, entwickelt und umsetzt. Deshalb ist es empfehlenswert, neben dem Home Office auch gezielt Tage einzuplanen, an welchen sich alle im Büro treffen. Der soziale Austausch und die guten Ideen, die ja häufig zwischen Tür und Angel oder beim gemeinsamen Mittagessen entstehen, kommen so trotz Home Office nicht zu kurz. Der soziale Austausch kann aber auch über Distanz hinweg funktionieren – einfach virtuell. Dank Kommunikationsmitteln wie Instant Messaging oder Videotelefonie ist man trotz Distanz und physischer Abwesenheit mit den Teamkolleginnen «live» verbunden. Auch für Vorgesetzte sind diese Kommunikationsmittel eine Möglichkeit, Mitarbeiter zu unterstützen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, auch wenn man physisch nicht am gleichen Ort ist. Alles was man dafür braucht, ist eine auf mobile Bedürfnisse ausgerichtete Infrastruktur.

Kommentare

Freitag, 10. Mai 2013 Solin
...eine Aspekt, der gerne vergessen wird ist die Versicherung. Deckt die Versicherung auch die selben Leistungen ab, die beim Büroaltag selbstverständlich sind? ...was ist, wenn ich mir wärend des "Home office" verunfalle. ...was, wenn meine private "Infrastruktur" wärend der Arbeitszeit Schaden nimmt... Wer zahlt, was meint die Versicherung dazu... der Arbeitgeber mag da noch kulant sein, aber die Versicherung sieht dies vielleicht anderst. ...und wer erkältet ist, wird beim Home Office meist noch arbeiten, wärend er im Büroalltag meist zuhause bleiben würde. Wer schlussendlich dabei gewinnt oder verliert muss man sich vorab gut überlegen.

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