Open Source Know-how durch Kompetenzzentren verbessern

Open Source Know-how durch Kompetenzzentren verbessern

Artikel erschienen in IT Magazine 2012/11

Drei einleuchtende Argumente

Für den Einsatz von Open Source Software sprechen erhöhte Interoperabilität, mögliche Kosteneinsparungen und eine Reduktion der Herstellerabhängigkeiten. Dies sind drei einleuchtende Argumente, die kurz begründet werden sollen: Erstens betreiben heutige Organisationen meist eine Vielzahl von Systemen und Anwendungen, was dazu führt, dass die Einbettung von neuen Lösungen eine besonders grosse Herausforderung darstellt. Die offenen Schnittstellen und meist gut dokumentierten Datenstandards geben Open Source Software bei der Systemintegration einen klaren Vorteil. Zweitens steht die Informatik stets unter Kostendruck, verstärkt durch die aktuelle wirtschaftliche Lage.
Damit wächst das Interesse, Open Source Software auch speziell für die Reduktion der IT-Ausgaben vorzusehen. Verhandlungsvorteile bei den Lizenzpreisen können insbesondere dann erzielt werden, wenn drittens die Abhängigkeit von den bestehenden Lieferanten niedrig ist – ein weiterer oft genannter Vorteil von Open Source Software. Mit diesen und weiteren Argumenten für Open Source wird deutlich, dass bei optimalem Einsatz sowohl direkte als auch indirekte Möglichkeiten für Kosteneinsparungen bei der Informatik realisiert werden können.

Hemmschwellen beim Open-Source-Einsatz

Erstaunlich ist deshalb ein weiteres Resultat der Open Source Studie: Trotz verbreitetem Einsatz von Open Source Software konnten in der Vergangenheit vielfach nur geringe Kosteneinsparungen erzielt werden. Die meisten Antwortenden erwarten erst in Zukunft einen signifikanten Return on Investment. Dieser ROI kann aber nur dann erzielt werden, wenn die heute noch vorhandenen Hemmschwellen beim Einsatz von Open Source Software abgebaut werden. Die grössten Barrieren stellen Haftungsfragen und der Mangel an kommerziellen Dienstleistern dar. Offenbar haben die Bemühungen der letzten Jahre, Aufklärung über die rechtliche Situation zu schaffen, noch nicht ausgereicht. Es bestehen immer noch signifikante rechtliche Unsicherheiten in Bezug auf Open Source Software. Gleichzeitig fehlen die Supportangebote von Open Source Firmen – oder sie sind noch zu wenig bekannt.
Abhilfe schaffen dabei weitere juristische Aufklärungsarbeiten sowie eine noch bessere Auffindbarkeit von Open Source Dienstleistungsangeboten. Vereine wie die Swiss Open Systems User Group /ch/open führten deshalb in der Vergangenheit Informationsanlässe bezüglich rechtlicher Fragestellungen durch und werden das auch künftig tun. Zum Auffinden kompetenter Open Source Firmen besteht in der Schweiz seit 2004 das Open Source Directory auf www.ossdirectory.ch, welches seit Oktober 2012 neu implementiert auf der Schweizer Open Source Informationsplattform www.opensource.ch zugänglich ist. Damit soll der Informations- und Erfahrungsaustausch intensiviert werden, sodass sich Entscheidungsträger bei Open Source Einführungsprojekten auf verlässliches Wissen und Best Practices abstützen können.

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