KMU industrialisieren ihre IT

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Artikel erschienen in IT Magazine 2012/07

Einstieg in die Cloud Services

Sie müssen das, was sie in den Fertigungsprozessen längst getan haben, nun auch im Betrieb der IT umsetzen. Industrialisierung ist das Stichwort. Heute nähen wir kaum noch unsere Kleider selber, sondern suchen uns etwas nach unseren Bedürfnissen aus – das Angebot ist vielfältig und die Preise deutlich tiefer, als wenn wir es selbst bei gleicher Qualität schneidern würden.
Cloud Services lösen nun in der IT eine ähnliche Industrialisierungswelle aus, wie sie schon in vielen anderen Industrien stattfand, sei dies in der Bekleidungsindustrie, dem Maschinenbau, der Automobilindustrie oder der Möbelfertigung. Diese neuen Services treffen in den meisten Unternehmen aber nicht auf eine grüne Wiese, sondern auf eine existierende Betriebslandschaft mit dedizierten und virtuellen Systemen und oft hochgradig individualisierten Designs und Implementierungen. Der Einstieg in Cloud Services ist daher meistens eine Transformation, bei welcher beachtet werden muss, dass die technische Interoperabilität zwischen Legacy und neuen Plattformen kontinuierlich sichergestellt wird. Kernthema dieser Transformation ist eine Standardisierung und Normierung der IT, damit diese letztendlich als Service bereitgestellt werden können.
In diesem Prozess sind praktische Erfahrungen des Providers in der Migration und Konsolidierung von IT-Betriebslösungen von grossem Vorteil. Reine Cloud-Anbieter fokussieren jedoch auf einen Massenbetrieb und haben wenig oder gar keine Erfahrung in der Unterstützung der Kunden bei ihrem Wechsel auf ein Service-Modell. Die dafür notwendige Methodenkompetenz und die technischen Skills liegen heute vor allem bei den klassischen IT-Outsourcing-Anbietern, die auch die notwendige technische Integration zwischen den traditionellen IT Bereichen und Cloud Services bewerkstelligen können.

SaaS-Angebote sind attraktiv

Neben den Cloud-Services im Infrastrukturbereich spielen Software as a Service respektive ASP-Dienstleistungen (Application Service Provider) bereits eine wichtige Rolle. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ist es attraktiv, Standardlösungen zu beziehen, ohne dafür eigene aufwendige Infrastrukturen zu unterhalten. Zudem erlauben diese Standard¬dienstleistungen auch immer weniger eine Differenzierung im Wettbewerb. Gerade weniger grosse Unternehmen können so ihre Ressourcen auf tatsächlich differenzierende Produkte konzentrieren.
Der Einsatz von SaaS-Lösungen ist jedoch primär dann sinnvoll, wenn sie in sich geschlossen sind. Sobald sie mit Systemen oder Lösungen integriert werden müssen, welche inhouse noch selber betrieben werden, entsteht eine Komplexität, welche die Vorteile von SaaS wieder reduziert.
Bei SaaS- oder ASP-Lösungen muss ebenfalls ein Augenmerk auf der Kontrolle über die Informationen liegen. Kunden einer SaaS-Lösung wissen oft nicht mehr, wo ihre Daten liegen und wer alles darauf zugreifen kann. Beispielsweise kann der SaaS-Anbieter zwar in der Schweiz oder Europa domiziliert sein, seinen Speicherplatz bezieht er jedoch aus Indien. Fakt ist, dass die Geschäftsinformationen dann in Indien gespeichert werden, dem indischen Recht unterliegen und durch einen indischen Systemadministrator eingesehen werden können.

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