Kreativität im Paket und in der Cloud

Kreativität im Paket und in der Cloud

Artikel erschienen in IT Magazine 2012/06

Diverse Werkzeuge erneuert

Adobe hat in Photoshop CS6 weiter die inhaltssensitiven Tools verbessert und erweitert. So erlaubt der neue inhaltssensitive Modus beim Reparaturpinsel genaue Kontrolle darüber, was geschieht: Man wählt zunächst den Bereich, aus dem der Patch erstellt wird und legt dann fest, wie die Retusche appliziert werden soll. Dabei kann man genauer festlegen, wie der Patch mit dem darunterliegenden Bild verschmilzt.
Mit dem Content-aware Move Tool lässt sich ein selektiertes Objekt verschieben, ganz ähnlich wie man mit dem bestehenden Content-aware Fill Tool Objekte magisch verschwinden lässt. Photoshop ergänzt den Hintergrund automatisch, was je nach Art des Bildes mehr oder weniger gut funktioniert. In den meisten Fällen muss danach noch manuell nachgebessert werden.
Analog funktioniert die inhaltssensitive Erweiterung: Mit dem gleichen Tool lässt sich ein Bildteil ausdehnen. Dies eignet sich zum Beispiel dazu, ein Dach optisch zu verlängern oder den Bildhintergrund zu vergrössern, wenn als Endresultat ein anderes Seitenverhältnis benötigt wird, das mit dem bestehenden Material nicht ausgefüllt werden könnte – ideal einsetzbar, und dies meist mit relativ gutem Ergebnis, auch für Produktfotos, bei denen rund um das fotografierte Objekt zu wenig Hintergrund erscheint.
Bisher haben wir einige, aber noch lange nicht alle Neuerungen von Photoshop CS6 erwähnt. Da wären zum Beispiel die umfassenden Funktionen zum Erstellen von Videos, in CS6 verbessert und neu auch in der Standardversion enthalten. Bisher gab es Video Editing nur in der Extended-Variante. Mit dem Adaptive Wide Angle Filter, der auf der mit Photoshop CS5 eingeführten Objektivkorrekturfunktion basiert, lassen sich gerundete Linien in stark weitwinkligen und in Fisheye-Aufnahmen unkompliziert korrigieren – Voraussetzung ist, dass man weiss, mit welchem Objektiv fotografiert wurde.
Neu gibt es drei zusätzliche fotografische Weichzeichner: Die Ergebnisse von Iris Blur, Tilt Shift und Field Blur lassen sich auf Systemen mit moderner Grafikkarte dank Mercury-Engine in Echtzeit begutachten. Der RAW-Importer Adobe Camera Raw liegt in Version 7 vor und bietet laut Adobe eine verbesserte Engine sowie feinere Kontrolle über die verschiedenen Parameter.
Den Anwendern von Photoshop CS6 Extended vorbehalten sind die 3D-Funkionen, die mit einer runderneuerten, einfach zu bedienenden Oberfläche mit direktem Editieren der 3D-Szenen auf der Arbeitsfläche glänzen.
Der Test stellt klar: Photoshop CS6 ist ein wichtiger Release, ein Upgrade ist sehr zu empfehlen. Weniger umfangreich fallen die neuen Features bei den übrigen Komponenten der Suite aus. So bietet Illustrator CS6 vor allem massiv verbesserte Funktionen zum Nachzeichnen von Fotos und zum Erstellen nahtlos gekachelter Muster und erlaubt neu Verläufe auf Konturen. An der Oberfläche wurde auch gearbeitet, verschiedene Panels sind logischer gestaltet als bisher.

Layout für viele Plattformen

Bei Indesign CS6 liegt der Schwerpunkt klar auf dem Erstellen alternativer Layouts für unterschiedliche (Mobil-)Plattformen. Dazu hat Adobe die Layoutsoftware mit diversen neuen Funktionen ausgestattet. Mit «Alternate Layout» generiert Indesign im gleichen Dokument beliebige zusätzliche Layouts mit anderen Seitenformaten, zum Beispiel fürs iPad und für ein 10-Zoll-Android-Tablet, und kopiert die Inhalte des Basislayouts auf die neu erstellten Seiten. Die Inhaltselemente werden dabei verknüpft – Änderungen im Basislayout können durch einen Update der Verknüpfungen in den alternativen Layouts nachgeführt werden.
Was Alternate Layout von Haus aus nicht berücksichtigt, sind die geänderten Dimensionen. Die Inhalte werden genau so auf den neuen Seiten plaziert, wie sie ursprünglich positioniert waren. Man kann sie nun von Hand skalieren und verschieben. Das ist je nach Komplexitiät der Publikation ziemlich mühsam. Um dem Gestalter wenigstens einen Teil der Umformatierung abzunehmen, bietet In-
design CS6 deshalb die «Liquid Layout»-Regeln: Damit lässt sich festlegen, wie die Objekte auf den alternativen Seiten verteilt und skaliert werden sollen. Es gibt dabei vier verschiedene Modi (Scale, Re-center, Guide-based und Object-based), die je nach Art des neuen Layouts unterschiedlich gute Ergebnisse liefern. Am flexibelsten ist Object-based: Hier lässt sich für jedes Objekt festlegen, wie es positioniert und skaliert werden soll. So kann man ein Logo zum Beispiel grundsätzlich immer oben links plazieren lassen, während ein Fliesstext je nach Seitengrösse breiter oder schmaler angelegt und dabei unter Umständen auch die Anzahl Spalten angepasst wird.
Neu sind auch die «Content Collector Tools», mit denen sich die Inhalte einer Seite einfach auf andere Seiten kopieren und automatisch verlinken lassen. Das funktioniert nicht nur innerhalb eines Dokuments, sondern auch zwischen verschiedenen Dokumenten. Dazu wählt man mit dem Content Collector die zu übertragenden Inhalte aus. Indesign legt sie im Content Conveyor ab, den Adobe als virtuelles Fliessband sieht, aus dem die Elemente mit Hilfe des Content Placers auf die neue Seite kopiert und verlinkt werden. Normalerweise verschwindet ein Element, sobald es plaziert ist, wieder aus dem Conveyor. Man kann aber auch festlegen, dass es darin verbleibt. Auf diese Weise lässt sich ein Stock an häufig benötigten Elementen wie Logos und Textbausteine anlegen, der dokumentenübergreifend genutzt werden kann.
Alternate Layout, Liquid Layout und die Content Collector Tools sind für Gestalter, die eine Publikation für verschiedene Medien und Geräte aufbereiten müssen, sicher sehr interessant, wenn auch vor allem die Liquid-Layout-Regeln einige Einarbeitungs- und Experimentierzeit in Anspruch nehmen. Abgesehen von diesen Funktionen bietet Indesign CS6 aber wenig Neuerungen – mit einer Ausnahme, die ebenfalls vor allem für einen bestimmten Anwenderkreis interessant sein dürfte: Man kann jetzt PDF-Formulare direkt in Indesign gestalten und mit interaktiven Features wie Buttons und Tooltips anreichern. Darüber hinaus bietet Indesign kleinere Verbesserungen, zum Beispiel beim Font-Handling, bei EPUB- und beim PDF-Export.

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