Server auslagern und Strom sparen

Server auslagern und Strom sparen

Artikel erschienen in IT Magazine 2011/04
Wie hoch die Einsparung im Energieverbrauch tatsächlich sind, lässt sich schwer sagen. Die Anbieter wagen sich hier nicht auf die Äste hinaus. «Die Stromeinsparung rechnet sich dort, wo eine eigene Klimatisierung für die Server benötigt wird. Diese kann dann eingespart werden und schon einige hundert Franken oder mehr bedeuten», meint Matthias Maass von Weblink. «Durch das zentrale Betreiben der Anlagen können auf jeden Fall Kosten gespart werden. In welchem Prozentbereich sich das abspielt, wird jedoch sehr unterschiedlich sein, je nach Projekt und Unternehmen», ergänzt Roger Tobler von Datasource.
Weniger optimistisch ist René Schaad von Iway: «Grundsätzlich ist der Strombedarf abhängig von den eingesetzten Servern. Durch das Auslagern der Server in ein Datacenter mag der Stromverbrauch für das Unternehmen geringer ausfallen, die Kosten werden allerdings durch die Gebühren für das Housing kompensiert. Obwohl wir keine konkreten Berechnungen durchgeführt haben, glauben wir nicht, dass durch Co-Location Stromkosten gespart werden können.» Ähnlich tönt es von Enrico Goldhahn von Nexellent. Laut ihm ist der Stromverbrauch und ein mögliches Einsparungspotential kein Argument für eine Co-Location-Lösung: «Klar spart der Kunde Strom, dies ist aber nicht aussagekräftig genug, um die Entscheidung zu beeinflussen. Viel eher ist die Frage der Bereitstellung (Menge) und der Verfügbarkeit des Stroms von Wichtigkeit.» Ein Argument, dem auch Marc Heuberger von Deep beipflichtet.

Darauf muss man achten

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Co-Location eignet sich trotz der vielen Vorteile nicht für jedes Unternehmen. Für Adrian Voegelin von Begasoft gibt es ein paar Dinge, die man beachten muss. Es entstehe ein nicht zu unterschätzender, einmaliger Aufwand für die Migration, eine Abhängigkeit vom Outscourcing-Dienstleister, was die Dienstleistungsqualität, das Wissensmonopol und die wirtschaftliche Lage betrifft, es bestehe das Risiko des Verlusts von relevantem, internem IT Know-how und die Messbarkeit der Vertragserfüllung sei nicht ganz einfach. René Schaad von Iway empfiehlt Unternehmen einerseits zu prüfen, ob allenfalls eine interne, virtuelle Umgebung Co-Location aus Kostengründen ersetzen kann. «Ausserdem macht Co-Location insbesondere dann, wenn der gesamte Service ausgelagert werden soll, wenig Sinn. Ein Beispiel wäre ein KMU mit 15 Angestellten, das seine Exchange-Mailboxen besser im Rahmen von Hosted-Exchange 2010 betreiben lässt, als ihren eigenen Exchange-Server in ein Datacenter auslagert», so Schaad. Laut Roger Tobler von Datasource eignet sich Co-Location ausserdem nicht für Unternehmen, die innerhalb kürzester Zeit Zugang zum Server haben müssen. Marc Heuberger von Deep ergänzt, dass Co-Location zudem bei grossen Datenmengen nicht sinnvoll sei, da die Übertragungsgeschwindigkeiten ebenfalls von der geografischen Lage abhänge. Weiter zeige sich, dass auch «schwere» Software-Lösungen wie beispielsweise Abacus für solche Betriebe eher schlecht einsetzbar seien.

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