Erstes Schweizer Gipfeltreffen der Flash-Insider auf dem Säntis

Erstes Schweizer Gipfeltreffen der Flash-Insider auf dem Säntis

Artikel erschienen in IT Magazine 2002/12

Konkrete Informationen für die Praxis

Nach dem Marketing ging es dann konkreter weiter. Flash-MX-Evangelist Nick Hippe von Macromedia USA präsentierte mit Flash MX das Pièce-de-Résistance der Konferenz, das - Schweizer Zoll sei Dank - leider nicht wie vorgesehen direkt an der Veranstaltung gekauft werden konnte. Hippe strich aus den zahlreichen Neuerungen zwei Punkte heraus: Mit dem Drawing API bringt der Flash-Programmierer den Player nun endlich dazu, scriptgesteuert auf den Bildschirm zu zeichnen. Bisher mussten alle Grafiken vom Designer vorgefertigt werden - nun sind Anwendungen wie
realtime-berechnete 3D-Anzeigen möglich. Noch wichtiger ist die Komponentenarchitektur von Flash MX, eine Erweiterung des in Flash 5 eingeführten Smartclip-Prinzips, und insbesondere die Tatsache, dass nun praktisch jedes Flash-Objekt inklusive Buttons per Instanzname ansprechbar ist - die Actionscript-Anweisungen für den gesamten Movie lassen sich damit in einem Frame konzentrieren, was die Übersicht für den Programmierer massiv verbessert.



Sascha Wolter, der bekannte Autor verschiedener deutschsprachiger Flash-Bücher, gab in seinem Referat einen fundierten Überblick über die verschiedenen Formen von Dynamik in Flash, gespickt mit zahlreichen, leider zu kurz und mit nicht für alle Teilnehmer gut lesbaren Praxisbeispielen. Etwas ausgedehnter konnten Remo Schilliger und Res Nüssle vom Flashcamp-Veranstalter Nextage (Macromedia war nur Hauptsponsor) sein Flash-basiertes Content-Management-System vorstellen - eine ausgezeichnete und instruktive Präsentation.



Das Highlight des Nachmittags war jedoch die vom Wiener Referenten Gerald Marischka unter dem Motto "Flash und warum die Erde rund ist" angezettelte Kontroverse über Sinn und Unsinn der Anwendung von Flash. Hier zeigte sich deutlich, dass die Intention von Macromedia, Flash als Allheilmittel für jede erdenkliche Web-Misere zu positionieren, durchaus nicht von allen Anwendern kritiklos aufgenommen wird. Marischka, Manser und die Teilnehmer lieferten sich eine lebhafte Diskussion, die jedoch nie aggressiv wurde.

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