Handy-Viren gehört die Zukunft

Handy-Viren gehört die Zukunft

Artikel erschienen in IT Magazine 2008/10

Bis 2010 wird es gefährlich

Wann die Handy-Viren effektiv gross aufkommen werden, wagt heute niemand genau zu prognostizieren, zumal ihre Entwicklung in den letzten Jahren ja nur schleppend voranging. «Mit einer grossen Wurm-Attacke auf Smartphones ist jedoch im Jahr 2008 noch nicht zu rechnen», meint Candid Wüest. Potential steckt laut ihm in der Zwischenzeit bei Handy-Trojanern wie beispielsweise Skull (siehe Box oben), die als Spiele getarnt, auf dem Telefon installiert werden. Allerdings hat der Benutzer hier das letzte Wort, beziehungsweise er muss die Datei gewollt ausführen


Bei Swisscom lehnt man sich punkto Zeitpunkt auch nicht aus dem Fenster hinaus. Zur Zeit sei die Anzahl der Virenschreiber aber noch recht überschaubar und spezialisierte Beratungsfirmen würden von einem Zeitraum zwischen 2008 und 2010 sprechen, teilt Josef Huber mit.


Sicher oder ganz sicher

Die Gefahr durch Viren auf Mobiltelefonen ist also noch nicht riesig. Das sehen auch die User so, wie eine im letzten Herbst durchgeführte Studie von Avira zeigt: Nur elf Prozent der befragten Handy- und/oder PDA-Besitzer gaben an, ihr mobiles Gerät mit einer speziellen Antivirensoftware zu schützen. 27 Prozent aller Umfrageteilnehmer sehen zwar eine Bedrohung durch Handy-Viren, wissen aber nicht, welche Schutzmassnahmen sie ergreifen sollen. Das Gefahrenpotential schätzen etwa 12 Prozent als harmlos ein. Die restlichen 28 Prozent empfinden darin nur eine Panikmache.



Panikmache? Im Prinzip schon, zumindest für private User. Legt man die gleiche Aufmerksamkeit an den Tag, wie bei der Benutzung des PC, sollte heute nicht viel passieren. Das bedeutet, dass man aufpasst, was man an Zusatzsoftware installiert und von welcher Quelle man sie bezieht.



Im Business-Bereich ist es schon etwas anders. Hier lagern auf den Smartphones in der Regel viele geschäftsrelevante Informationen. Candid Wüest empfiehlt deshalb Techniken zur Schadensminderung wie die Verschlüsselung, unter anderem auch im Hinblick auf den Verlust der Geräte, dass sie verloren gehen oder gestohlen werden. Zudem empfiehlt er ein Backup der Daten bis hin zu einer Archivierung der E-Mails und natürlich, als Hersteller davon, auch eine Antivirus-Software sowie eine Firewall für Mobiltelefone.



Beim anderen Antiviren-Software-Hersteller G Data bleibt man abwartend, zum jetzigen Zeitpunk sehe man im Endkunden, wie im Business-Bereich hierfür keinen wirklichen Markt. Sollte es irgendwann ein echtes Gefahrenpotential geben, so werde man aber sicher auch in diesem Bereich Security-Lösungen bringen.



Bei der Swisscom kriegen Geschäftskunden vorinstallierte Sicherheitslösungen von F-Secure. Antiviren-Filter kann jeder, der sie möchte, über SMS bestellen. Man trifft aber auch netzseitig Vorkehrungen, wie Josef Huber erklärt: «Wir betreiben ein Antiviren-, Content- und Spam-Filter, um die Verbreitung von Malware über unser Netz zu unterbinden. Zudem überwachen wir verschiedene sicherheitsrelevante Ereignisse in einem Monitoring-System, dessen Regeln auch unbekannte oder anormale Ereignisse identifizieren können.» Zudem führe man einen steten Dialog mit Geräteherstellern und Betriebssystemlieferanten über die Sicherheit der Endgeräte, deren mögliche Schwachstellen und konkrete Attacken.


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