Computing in der Wolke

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Artikel erschienen in IT Magazine 2008/17

Amazon Machine Image

Das Herz der Amazon-Cloud ist die Möglichkeit, virtuelle Maschinen in der Cloud zu konfigurieren und zu starten. Dies erfolgt über sogenannte Amazon Machine Images, für deren Verwaltung Webservices zur Verfügung gestellt werden. Dabei können innerhalb von Minuten neue virtuelle Server gestartet werden, wenn der Bedarf gegeben ist; ebenso schnell lassen sie sich wieder entfernen.
Amazon bietet auch eine «Bibliothek» von (Linux-) Images für verschiedene Anwendungsfälle an und erleichtert damit die initiale Konfiguration. Man hat bei diesem Dienst eine vollständige Linux-Maschine mit Root Access und kann darauf beliebige Services laufen lassen. Damit unterscheidet sich EC2 deutlich von der Google AppEngine. Dies hat Vor- und Nachteile: Einerseits ist die Flexibilität natürlich sehr hoch, andererseits muss man sich um die Skalierung der eigenen Anwendung auf ganz herkömmliche Weise selbst kümmern. Man kann zwar beliebig viele virtuelle Server in der Cloud starten, aber die Skalierung der Applikationsserver, Load-Balancer, Datenbanken etc. muss man selbst konfigurieren.


Amazon Storage und Queue

Amazon bietet eine Reihe von Services an, die zum Teil sowohl für Anwendungen in der Cloud als auch für externe Anwendungen verwendet werden können. Darunter findet man drei Storage-Module: S3, SimpleDB und Elastic Block Store.
S3 ist vielleicht der bekannteste Storage-Mechanismus: Organisiert in sogenannten «Buckets» kann man Daten («Objekte») eher grober Granularität ablegen und über eine Webservice-API verwalten. S3 verhält sich ähnlich wie ein Remote-Fileserver.
SimpleDB ist eine einfache Datenbank, in der Daten zwar strukturiert, aber ohne explizites Schema abgelegt werden. Daten werden in Datensätzen organisiert, wobei jeder Datensatz über einen Primärschlüssel verfügt sowie über eine Reihe Felder. Felder sind im Gegensatz zu einer relationalen Datenbank nicht von einem bestimmten Datentyp, sondern erlauben das Erfassen von «Listen».
Der Vollständigkeit halber soll auch der Elastic Block Store nicht vergessen werden: Dabei handelt es sich um einen Low-Level-Storage-Mechanismus, in dem man Devices anlegen und auf diese auf Block-Ebene zugreifen kann. Man kann EBS-Devices mit beliebigen File-Systemen formatieren oder als Datenbank-Devices verwenden. Die Abrechnung erfolgt nach Datenmengen und Bandbreiten.
Beim Amazon SimpleQueue Service handelt es sich um eine vergleichsweise einfache, aber skalierbare Message Queue Implementation (vergleiche auch Infoweek-Artikel «Enterprise Middleware mit ActiveMQ» in Ausgabe 14/2007). Mittels Queues können hier Nachrichten zwischen verschiedenen Anwendungen ausgetauscht und somit verschiedene Systeme locker gekoppelt integriert werden.


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