Schlank speichern, Geld sparen

Schlank speichern, Geld sparen

Artikel erschienen in IT Magazine 2010/11

Weniger wichtige Daten auf billige Speicher

Die Kunst des Thin Provisionings kann im Zusammenspiel mit einem anderen Konzept, dem so genannten Dynamic Storage Tiering, weitere wirtschaftliche Vorteile bringen. Dynamic Storage Tiering sorgt dafür, dass Daten abhängig von ihrer Wichtigkeit und Zugriffshäufigkeit auf unterschiedlich teuren Storage-Typen abgelegt werden. Diese Typen werden in so genannten Tiers gruppiert, wobei Tier 0 oder 1 die wichtigste und damit teuerste Ebene ist. Der Preisunterschied zwischen den einzelnen Tiers beträgt rund 30 Prozent.


SSD-Laufwerke beispielsweise können für Dateien verwendet werden, die häufig und sehr schnell bereitgestellt werden müssen, wie beispielsweise Datenbank-Recovery-Files. Diese bekommen den Tier 0 oder 1 zugewiesen. Daten, deren Zugriffszeiten und Speicherzeiten nicht zeitkritisch sind oder sich über den Lifecycle ändern, landen dagegen langfristig auf Tier 2 und schliesslich auf kostengünstigeren Tier-3-Medien.

Ein Anwendungsfall aus der Praxis sind die Rechnungen eines Telekommunikationsunternehmens, welche am ersten Tag des Monats verschickt werden. Gibt es im Call Center Anfragen, muss die Abrechnung möglichst schnell auf dem Bildschirm erscheinen. Hier ist ein Tier 1- oder sogar Tier-0-Speicher sinnvoll. Monate später hingegen müssen die alten Vorgänge nur noch aus Compliance-Gründen archiviert werden. Hier ist ein langsames, aber preiswertes Festplattensystem die beste Lösung. Welche Daten wann zu welchem Speichersystem wandern, kann auf unterschiedlichste Arten festgelegt werden. Abgesehen von manuellen Vorgängen bieten hier Speichermanagement-Systeme denkbar vielfältige Regeln an. So ist neben einem automatischen Verschieben ein auf Regeln basiertes Verschieben möglich – vom teuren Speicher zum billigen und zurück. Es ist auch eine Einteilung nach Datenklassen oder Applikationen denkbar. SAP-Informationen werden dann automatisch auf hochwertigen Speicher verschoben, während die E-Mail-Archivierung auf preiswerten Systemen erfolgt.

Durch eine effiziente Nutzung von Thin Provisioning und Dynamic Storage Tiering können Unternehmen durchaus beträchtliche Kostenvorteile erzielen. Ein solcher Effekt tritt jedoch nur dann ein, wenn eine Speicherverwaltungslösung schnell auf sich ändernde Unternehmensanforderungen reagieren kann.


Inseln abschaffen

Viele Hardware-Anbieter haben eigene Storage-Management-Systeme, die jedoch vorrangig auf die eigenen Lösungen ausgerichtet sind. Sie lassen sich nur suboptimal in heterogenen Umgebungen einsetzen. Unternehmen, die eng an einen Hersteller und seine Geräte gebunden sind, lassen sich im Ernstfall leichter Preise diktieren. Verwendet ein Unternehmen aber Hardware von verschiedenen Herstellern, ist es in einer besseren Verhandlungsposition und kann somit bessere Preise erzielen. Eine Hardware-unabhängige Lösung ermöglicht es einem Unternehmen, in diese Verhandlungsposition zu kommen. Und sie bietet zudem den Vorteil, jederzeit den Anbieter wechseln und somit Migrationskosten senken zu können.

Verschiedene Dritthersteller bieten Lösungen, um diese Mischlandschaften von zentraler Stelle aus zu verwalten und damit die operativen Kosten zu reduzieren. Diese Storage-Management-Systeme dienen dann in einer heterogenen Umgebung aus Speicher, Server und Anwendungen als gemeinsame zentrale Plattform und helfen, Architekturänderungen oder Hardware-Wechsel problemlos zu verkraften.

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