Schlank speichern, Geld sparen

Schlank speichern, Geld sparen

Artikel erschienen in IT Magazine 2010/11

Dynamische Versprechen

Die Technik des Thin Provisioning löst das Problem. Sie gaukelt Applikationen vor, dass ihnen 400 Gigabyte zur Verfügung stehen. Tatsächlich wird aber kein einziges Byte an Speicher blockiert. Erst wenn die Datenbank beginnt, erste Informationen speichern zu wollen, wird ihr dynamisch weiterer Speicher zugewiesen. Ist der erste Datensatz in der Datenbank beispielsweise 5 MB gross, so werden tatsächlich 5 MB belegt. Wird ein weiterer Datensatz abgelegt, ebenfalls 5 MB gross, stehen der Applikation 10 MB zu. So basiert die Speicherbelegung auf dem tatsächlichen Bedarf statt auf Mutmassungen.


Die dabei verwendete Technologie ist relativ jung, aber ausgereift. Der physikalische Speicher wird in einem Speicher-Pool zusammengefasst und nur dann konsumiert, wenn eine Applikation tatsächlich Daten auf das logische Volumen schreibt. Dem Dateisystem fällt dabei eine Schlüsselrolle zu. Nur es besitzt die Übersicht und das Wissen darüber, ob bereits Daten auf dem Speicher liegen. Das Datensystem legt fest, dass der Anwendung gezielt Ressourcen aus dem Speicherpool zugewiesen werden können und transferiert die ungenutzten Ressourcen auch wieder in den Pool zurück.


Der schnelle Weg zur Schlankheit

Um IT-Verantwortlichen die Migration von existierenden Systemen auf eine Thin-Umgebung zu erleichtern, gibt es Technologien, welche die dafür nötigen Schritte selbst abarbeiten. Eine solche Lösung unterscheidet zwischen Speicherbereichen, die Daten enthalten und solchen, wo diese gelöscht wurden. Die Technik migriert nur die vorhandene Nettolast in die Thin-Installation.


Doch nicht nur der Weg in diese Umgebung ist dank der Technik relativ einfach. Auch das «Schlank bleiben» lässt sich mit einer Integration zwischen Dateisystem und Storage-Array in den Griff kriegen. Es ist nämlich wichtig, dass die Thin-Umgebung nicht nur mit dem Datenwachstum zunimmt, sondern auch bei fallenden Anforderungen schrumpft. Dies ist im Prinzip recht einfach. Die Informationen, die dafür benötigt werden, ein Speichersystem «thin» zu halten, stecken schliesslich im File-System des Hosts. Nur dieses Computersystem weiss, welche einzelnen Blöcke genutzt werden und welche frei sind. Um Blöcke nach Gebrauch wieder nutzen zu können, muss es eine Integration zwischen dem Host und der Speicher-Hardware geben – eine Software-Schnittstelle. Während einer Operation über diese Software-Schnittstelle spricht das File-System mit dem Array und signalisiert, welche Blocks gelöscht wurden und für eine Wiederverwendung frei sind. Der entsprechende Speicher erscheint dann wieder im Pool und steht für neue Operationen bereit.


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