App-Entwicklung leicht gemacht

App-Entwicklung leicht gemacht

Artikel erschienen in IT Magazine 2010/10

Developer Tools

Um Apps für Windows Phone 7 entwickeln zu können, benötigt man zwingend Windows Vista oder Windows 7 als Betriebssystem. Ältere Versionen von Windows einschliesslich XP, sowie Nicht-Microsoft-Betriebssysteme werden nicht unterstützt.


WP7-Apps können grundsätzlich mit zwei verschiedenen Programmen entwickelt werden, wobei jedes seine Vor- und Nachteile aufweist. Die Windows Phone Developer Tools (WPDT) enthalten Visual Studio 2010 Express und wenden sich an Entwickler mit Programmiererfahrung. Ein GUI kann sowohl aus der Toolbox erstellt als auch von Hand als Extensible Application Markup Language (XAML) geschrieben werden. Als Ergänzung dazu wird Designern mit Expression Blend die Möglichkeit geboten, ihre Kenntnisse im Bereich Gestaltung in WP7-Apps einfliessen zu lassen.

Die zweite Entwicklungsumgebung ist das XNA Game Studio. Dieses richtet sich an Spieleentwickler, welche bereits Erfahrung mit der Xbox-360-Spielentwicklung haben. Ein direkter Einstieg mit XNA ist nicht empfehlenswert, da die Entwicklung von XNA-Spielen einiges an Grundlagenwissen voraussetzt.



Silverlight for Windows Phone

Verglichen mit früheren Versionen von Windows Mobile hat Microsoft einiges dazugelernt. Bei WP7 erhalten Entwickler lediglich Zugriff auf der Silverlight-Ebene. Ein direkter Zugriff auf die Hardware ist nicht mehr möglich. Im Gegensatz zum normalen Silverlight bietet Silverlight for Windows Phone einige zusätzliche, Telefon-spezifische Komponenten wie das Panorama View Control oder die Phone Tasks.

Beim Panorama Control handelt es sich um eine UI-Komponente, welche um ein Vielfaches breiter ist als die Breite des Telefondisplays. Diese Überlänge erlaubt es dem Benutzer, durch seitliches Scrollen mehr Inhalt anzuzeigen. Microsoft verwendet diese Komponente für die Hubs, um Wichtiges oder Neues zusammenzufassen. So werden zum Beispiel im People Hub neue Tweets und Facebook-Statusänderungen für den Benutzer ersichtlich, ohne dass dieser die entsprechenden Apps starten muss. Die Verwendung des Panorama Controls setzt aber einen zusammengehörenden und klar strukturierten Inhalt voraus.


Bei anderen Anwendungen macht die Verwendung dieses Controls unter Umständen wenig Sinn, weil der Inhalt der verschiedenen Seiten der App zu unterschiedlich ist, oder zu wenig Inhalt zum Füllen der ganzen Panoramabreite vorhanden wäre. Da die Teile dennoch zusammen gehören und navigierbar sein sollen, bietet Microsoft hierfür das Pivot Control an.

Im Gegensatz zur «Leinwand», welche beim Panorama Control nach links und rechts gezogen wird, erweckt das Pivot Control eher das Gefühl vom Umblättern eines Kataloges. Die einzelnen Navigationspunkte werden über dem Inhalt dargestellt.


Auch die Phone Tasks sind eine Erweiterung, welche nur in Silverlight for Windows Phone vorkommen. Hierbei handelt es sich um API-Schnittstellen, um beispielsweise neue Kontakte zu speichern, Telefonanrufe zu tätigen oder über eine Bildschirmtastatur Text einzugeben. Eine Integration von Webbrowser, E-Mail oder Bing Maps in die eigene App wird damit zum Kinderspiel. Abgesehen von wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel die JSON-Serialisierung, unterstützt das WP7 Silverlight sämtliche Features von Silverlight 3 sowie einige des neuen Silverlight 4.


Das Framework bietet auch eine Schnittstelle zu ausgewählten Sensoren des Telefons. Über das GPS-Modul können beispielsweise standortabhängige Dienste realisiert werden. Die Möglichkeiten reichen von lokalen Wetterprognosen bis hin zu Abfahrtszeiten von öffentlichen Verkehrsmitteln an Haltestellen in der Nähe. Nebst GPS bietet das Phone auch einen Kompass an. Dieser wird Entwicklern bisher jedoch ebenso wenig zur Verfügung gestellt, wie Zugriff auf den Näherungs- oder den Lichtsensor gewährt wird.

Das Windows Phone 7 hat sehr genaue Vorgaben, welche Hardware-Steuerelemente vorhanden sein werden. So wird zum Beispiel garantiert, dass jedes Telefon über drei Navigationstasten verfügen wird: Zurück, Start und Suchen. Je nach Hersteller und Modell ist auch eine vollwertige Tastatur vorhanden.


Ein weiteres wichtiges Feature stellt die Unterstützung von Cloud-gesteuerten Push-Meldungen dar. Mit einer entsprechenden Serverarchitektur seitens der App-Hersteller ist es möglich, Informationen direkt via Push-Notification auf ein Telefon zu senden, wie dies beispielsweise Blackberrys für E-Mail seit langem unterstützen.


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